Montag, 25. August 2014

Spanischkurs, Pequeño Otavalo, Mitad del Mundo, Musik, Transport/Verkehr ect.

Der Cotopaxi in der Abendsonne (und ein Vogel). Leider kommt es auf dem Bild nicht so schön gelb strahlend rüber wie es eigentlich war!
 
 Und weiter geht es mit den Berichten aus Ecuador. Inzwischen habe ich mich an alles ziemlich gewöhnt und zumindest so Sachen wie Busfahren sind schon zur Normalität geworden. Ich muss ja auch jeden Morgen erst einmal einen Truck nehmen muss, um zur Bushaltestelle zu laufen. Das sind dann wirklich so "überdachte" Pick-up-Trucks, die dann die Leute auf dem Weg einsammeln. Eigentlich soll man ja keine unregistrierten Taxis nehmen, aber in meinem Viertel ist das kein Problem. Reich heißt eben meistens auch sicher (jedenfalls hier). Die Alternative wären 30 min laufen (5-10 Minuten einen seeehr steilen Berg) oder eben ein Taxi, was dann aber 4 mal so teuer wäre (zwar immer noch nur ein Dollar, aber ob man jeden Tag insgesamt 2 Dollar oder 50 Cent bezahlt summiert sich dann eben doch). Dann nehmen wir einen der grünen Busse, die in Richtung Quito fahren, der fährt je nach Verkehr mindestens 10 min. Nach weiteren 10 Minuten laufen sind wir in der Schule angekommen, wo auch das Vorbereitungsseminar war, denn dort ist auch der Spanischkurs. Wenn man dann weiter in die Stadt will, nimmt man den Ecovia, ein Bus mit einer eigenen Fahrspur, damit er nicht im Stau stehen muss. Zur Hauptverkehrszeit muss man sich manchmal echt von den schließenden Türen in den Bus quetschen lassen und trotzdem manchmal zu 6. 3 verschiedene Ecovias nehmen. Da diese allerdings alle 1-5 Minuten kommen ist das dann aber auch kein Problem! Übrigens kommen alle Busse so oft aber ohne festen Fahrplan, dies wäre bei dem Verkehr hier auch gar nicht möglich. Es kommt auch öfters vor, dass Busse, die auf der gleichen Strecke fahren sich überholen (eher bei den Bussen nach Miravalle, da ist eine Landstraße(?) und weniger Stau). Den Bus zu bekommen der als erstes losfährt heißt also nicht unbedingt, dass man als erstes ankommt (außer bei den Ecovia). Unser Gastbruder hat uns auch erzählt, dass es jetzt eine neue Regelung gibt, die versucht den Verkehr zu reduzieren. Je nachdem, welche Zahl als letztes auf dem Nummernschild steht, darf man an einem Tag der Woche nicht mehr nach 4 in Quito fahren. Laut Demian funktioniert das aber nicht, da die Leute sich einfach ein zweites Auto kaufen (und es damit natürlich eher schlimmer machen). Auch der Fahrstil ist, wie soll ich sagen, auf jeden Fall rasanter als ich es gewohnt bin. Von rechts überholen, nicht blinken, vor der roten Ampel noch mal Gas geben und gefühlt einen Meter vorher bremsen ist alles nicht unüblich. Sonst kommt man aber wenn es so voll ist wahrscheinlich einfach nicht vorran. Und trotzdem habe ich bis jetzt nur einen Unfall, der aber glimpflich und ohne ernsthafte Verletzungen ausgegangen ist miterlebt (keine Angst, ich war nicht involviert, sondern habe es nur gesehen).

 Neues Thema: Wie zu erwarten bin ich im Basic-Spanischkurs - ich konnte ja auch vorher gar nichts :P Das hat sich in den 5 Tagen Unterricht die ich bis jetzt hatte (Freitag ist immer ein Ausflug mit VASE anstatt Kurs) schon ein bisschen geändert! Richtige Gespräche über alles mögliche fallen mir zwar immer noch schwer (bzw sind eher unmöglich), aber ich kann schon auf Fragen antworten, kleine Texte (zB über meine Familie) schreiben, viele Adjektive und Verben (sogar unregelmäßige!) ect. Was es schwer macht ist vor allem das wir uns bis jetzt nur in Gegenwart verständigen können, Vergangenheitsform hatten wir noch nicht. Natürlich ist der Unterricht auch ziemlich anstrengend, aber unsere Lehrerin bemüht sich sehr ihn angenehm zu gestalten (heute hat sie zB Witze und Rätsel, ähnlich wie Black Stories erzählt, wir müssen Bilder beschreiben, heute als Hausaufgabe kleine Theaterstücke in Dialogform vorbereiten) und er ist sehr gut strukturiert, was das Folgen und Merken einfacher macht. Ich finde die Basics bis jetzt echt nicht schwer, sich nur alle (sehr viele!) neue Vokabeln auch zu merken ist eher das Problem.
Am Dienstag bin ich mit Neele, Max, Brad (aus den USA) und Laura (aus Finnland) nach Pequeño Otavala (klein-Otavalo), einem Markt für Touris wo wie in Otavalo viele indigene Sachen (vor allem Klamotten) verkauft werden. Obwohl es natürlich echt ein Touri-Angebot ist, war es zu Glück gar nicht voll und man konnte sich die Sachen relativ entspannt anschauen. Ich habe mir einen tollen (sehr farbenfrohen) Alpaca-Pulli gekauft - leider immer noch zu teuer, obwohl ich ihn von 22 auf 15 Dollar runterhandeln konnte (eigentlich soll man immer mindestens die Hälfte erreichen...). Die 15 Dollar waren's mir dann aber wert, da er sogar an den Armen gerade so gepasst hat. Generell sind Klamotten hier ein Thema in meiner Größe. Ich hatte mal in nem Laden nach einer weiteren Jeans geschaut - die größte Größe war viel zu weit aber immer noch zu kurz :P

Am Freitag waren wir mit VASE bei Mitad del Mundo, der Mitte der Welt. Nicht beim Monument (das ist nämlich 240 m entfernt von der wirklichen Mitte), sondern bei einem Museum an der wirklichen Mitte, das sich auch über indigene Kulturen beschäftigt hat und woher sie wussten, dass sie hier in der Mitte der Welt sein müssen.
Das sind Johanna und ich - sie auf der Nordhalbkugel und ich auf der Südhalbkugel ;)
Eins der Experimente (von speziellen Sonnenuhren abgesehen) war, wie das Wasser abfließt (genau auf dem Äquator bildet sich nämlich kein Strudel!). Um mir die Schreibarbeit (und dem Internet die Arbeit meine Videos hochzuladen) zu ersparen, habe ich euch ein Youtube-Video von dem exakten Experiment rausgesucht.
 
Genau in der Mitte kann man auch (mit etwas Geduld) ein Ei auf einem Nagel balancieren lassen.

Wie man hier sieht hat Neele es geschafft! (Ich nicht :P)
 

 
 Eine Anakonda, ein gutes Omen bei den Wuaorani (eine Indigena-Gruppe des Amazonasgebiets.) Eine weiterere indigene Gruppe macht Schrumpfköpfe, früher noch von Menschen, heute nur noch von Tieren(wie zB Faultieren). Davon habe ich leider kein gutes Foto machen können (aber so schön sieht es echt nicht aus!). Bei einer weiter Gruppe werden Tote immer in Fötus-Position vergraben, da Panchamama (Mutter Erde) sie so im  Kreislauf des Lebens weiterleiten kann. Deswegen werden dem Toten auch Grabbeigaben mitgegeben. Stirbt allerdings der Hauptmann, müssen seine Frau und Kinder ihn begleiten. Diese müssen dann etwas aus der Echinopsis-Kaktee trinken, nein kein Gift, sondern Mescalin (ein starkes Hallizunogen). Davon bekommen sie Halluzinationen und kriegen nichts mehr von den Unwelt mit (bzw werden manchmal bewusstlos) und werden dann lebendig begraben (und sterben wohl ohne was davon mitzubekommen).
Ein Bein auf der Südhalbkugel und ein Bein auf der Nordhalbkugel ;)

Danach waren wir noch mit allen Freiwilligen was in einem Restaurant in der Nähe essen - das war die Vegetarische Platte Nummer 1 (ein Wunder, 2 vegetarische Platten!!). Im Hintergrund sieht man noch klein den dunkelroten Mora-Saft - sehr lecker, wie eigentlich alle Säfte hier! Selbst Ananassaft (den ich aus der Tüte gar nicht leiden kann) ist superlecker. Klar, das es einen Unterschied macht ob der frisch oder nicht ist Generell ist Vegetarisch essen zwar unüblich aber kein großes Problem!
 
An dem Abend war auch die standesamtliche Hochzeit von meiner Gastschwester. Wir hatten mit der Familie ausgemacht, dass es kein Problem ist die formelle Zeremonie wegen Mitad del Mundo zu verpassen (sonst wären wir auch nicht mitgekommen, dahin wären wir bestimmt noch mal gekommen..), wir danach nach Hause fahren, uns dann umziehen und uns dann melden. Als wir fertig waren hies es dann, sie fangen gerade an zu essen, essen aber locker noch 2 Stunden, wir sollen also ruhig kommen. Hat mir gefreut, denn ich hatte auch da schon ganz schon Hunger. Also haben wir die 7 Dollar für ein Taxi bezahlt (mit unseren Mittelschicken Kleidern, für meine Verhältnisse eher schon overdressed) wollten wir nämlich keinen Bus fahren, außerdem hätte es noch viel länger gedauert. Als wir dann ca. eine Dreiviertelstunde später ankamen, waren sie gerade fertig mit Essen und wir sind in die Altstadt gefahren um Hochzeitsfotos zu machen. (Von allem wussten wir natürlich vorher nichts). Es war natürlich schon dunkel und deswegen auch ziemlich kalt - vor allem in nur einem Kleid, einer Feinstrumpfhose und einem Cardigan. Da die Fotos dann auch noch 2 Stunden gedauert haben, war Johanna und mir am Ende schweinekalt, Gänsehaut am ganzen Körper und gezittert haben wir auch. Mir war außerdem auch schon richtig schlecht vor Hunger. Als wir danach noch in ein Restaurant gegangen sind (eigentlich nur für Getränke und ein paar Kleinigkeiten) durften wir uns dann aber natürlich noch was richtiges bestellen. (Da mir aber schon so schlecht war habe ich nur eine Kartoffelsuppe runterbekommen). Auch wurde mir während der gesamten Zeit im Restaurant und auch auf der Fahrt nach Hause nicht wieder warm. Erst wieder im Bett mit zusätzlicher Fließdecke und Heizung wurde es wieder warm ;)
 
Zu der Musik hier kann man sagen, dass mich vor allem die Musik in der Gastfamilie ziemlich nervt. Typische Mainstream-Clubmucke eben. Gestern Abend war ich aber mit meinem Mentor auf einem Konzert (Full Folk hieß es, eher ein Festival und auch kostenlos), wo vor allem mir die zweite Band die wir gehört haben gut gefallen hat. Novalima hießen sie (aus Peru) und laut Manu (meinem Mentor) haben sie einen Mix aus Latino-Musik und Reggae gespielt. Ganz egal wie genau man es nennt- die Stimmung war auf jeden Fall super und die Musik hat einen direkt in Tanzlaune gebracht!
 
Das wars mal wieder für letzte Woche!
Jana

Sonntag, 17. August 2014

Gastfamilia

 Zur Gastfamilie kann man erstmal sagen, dass es absolut nicht das ist, was ich erwartet und erhofft habe. Ich wohne mit einer anderen deutschen Freiwilligen namens Johanna in Miravalle, das liegt zwischen Cumbaya (dem allerreichstens Viertel) und Quito. Und ja, unsere Gastfamilie hat auf keinen Fall Geldsorgen. Johanna und ich wohnen in einer eigenen kleinen Wohnung auf dem Grundstück, teilen uns zwar ein Schlafzimmer, haben aber auch ein Wohnzimmer, ein Bad und eine Küche. Die Familie Flores hat 4 Autos (ein kleines von meinem 24 Jahre alten Gastbruder Demian der Architektur studiert, ein großes Auto um Sachen zu tranportieren, und 2 fette Schlitten) und im Haupthaus alles was man eigentlich überhaupt nicht braucht. Ein Fernsehzimmer mit gefühlt hunderten von DVDs, ner Playstation und Netflix, ein Billiardraum, ein Raum mit Fitnessgeräten, eine Whirlpool-Badewanne ect. Draußen ist auch ein Volleyballfeld, und so Sachen wir Internet und Waschmaschine, wo ich vorher echt damit gerechnet habe, dass es sein kann das ich das nicht haben werde sind natürlich selbstverständlich. Das ist hier eher ein Kulturschock in die andere Richtung als ich erwartet hätte! Das einzige worüber ich mich echt freue ist die Dachterasse, von der man einen Superausblick hat und wenn es klar ist sogar den Cotopaxi sehen kann.
Dies ist der Sonnenunterang gestern Abend von der Dachterasse!

 Außerdem hat die Famile 3 Hunde, einen jungen Husky loco, der immer an jedem hochspringt und jeden abschleckt. Daran muss ich mich erst noch gewöhnen :P Die anderen 2 sind superlieb, ein junger Schnauezer und ein alter Golden Retriever,  mit dem ich am besten klarkomme :)
Heute sind wir mit den Hunden in einen Nationalpark neben dem Haus gefahren und dort Spazierenzugehen, da haben wir auch Alpacas gesehen :) Landschaftlich war es dort nicht sehr spannend, da es im Moment sehr trocken ist und der Nationalpark auch noch höher als Quito liegt.

Und gerade eben war es klar genug um den ersten Blick auf den Cotopaxi (Quitos "Hausvulkan") zu erhaschen!!

Übrigens gab es nicht nur das eine Erdbeben (worüber wie mir mehrfach erzählt wurde auch weltweit berichtet wurde) sondern wohl bis zu 100, gefühlt habe ich davon aber nur 3. Als ich gehört habe, dass es mindestens 2 Tote gegeben hat, fand ich es natürlich nicht mehr so amüsant wie am Anfang, obwohl das Gefühl immer noch komisch und auch irgendwie lustig ist. Die Regierung hat jetzt sogar Veranstaltungen von über 50 Personen untersagt, da fallen wir mit dem Spanischkurs gerade noch drunter glaube ich. Allerdings hat das Geologische Institut gleichzeitig sozusagen "Entwarnung" gegeben, die Leute sollen sich nicht aufregen und wissenschaftlich ist nicht bewiesen das eine so hohe Gefahr wie das wohl manche Bürger darstellen davon ausgeht. Das Epizentrum ist allerdings in der Nähe meines Projektes in dem ich in 2 Wochen anfangen werde zu arbeiten, dort spürt man natürlich auch die leichteren Erdbeben auch stärker. Da das aber erst in 2 Wochen ist mache ich mir jetzt darüber noch keine Sorgen :)
Bis bald, wenn ich noch mehr zu berichten habe,
Jana
PS.: ein Foto meiner Gastfamilie kriegt ihr wenn ich eins gemacht habe! :P

Orientation Camp

Hola Chicos,
das Orientation-Camp ist nun auch vorbei, also ist es höchste Zeit etwas davon zu berichten!
Am Mittwochmorgen war ich erstmal um 4:30 wach (wegen Jetlag natürlich). Nachdem ich 1,5 Stunden erfolglos versucht habe wieder aufzustehen bin ich aufgestanden um mir den Sonnenaufgang anzuschauen ;)

Das war unser Tagesplan (naja jedenfalls so wie er ursprünglich geplant war, die Programmpunkte wurden andauern umgeschmissen, vertauscht ect.) Auch sehr lustig war die Regel "be punctual", da wir nie eine Zeit angegeben hatten wann es anfängt, dies immer nur mündlich rumgesprochen wurde und nicht offiziell angegeben wurde und es auch jeden Tag anders war. Trotzdem hat es problemlos geklappt, alle Programmpunkte abzuhaken, alles lief sehr entspannt und vielleicht gerade deswegen gut ;)

 Dies sind Bilder von der Quichua-Zeremonie. Am Anfang wurden wir alle abgeräuchert (gereinigt) wie man auf dem unteren Bild sehen kann. Cuno, ein ecuadorianischer Teamer der ein halbes Jahr in Finnland war wird gerade abgeräuchert.
Die heilige Zahl der Quichua ist 4, es gibt 4 Elemente (weswegen auch  in der Mitte ein Viereck aus Ayahuasca-Wurzel lag und Rosen in die 4 Himmelsrichtungen gelegt wurden), 4 Welten (Cosmos, Gegenwart, innere Welt in uns und die Unterwelt) ect.
 Purer Tabak ist heilig bei den Quichua, er symbolisiert Freiheit und Erfüllung der Wünsche. Deswegen haben wir auch nachdem Suzanna (die Quichua auf dem Bild darunter) den Tabak geraucht hat jeder ein bisschen Tabak bekommen, mussten uns was für uns (nicht für andere) wünschen und es dann ins Feuer werden. Später haben wir alle Instrumente bekommen und gespielt, Trommeln, Rasseln, Flöten, Klangschalen ect. Ich hatte ein Didgeridoo-ähnliches Holzrohr das Elefanten-Geräusche gemacht hat. Am Ende haben wir ein anderes Kraut bekommen, das unsere Ängste und Sorgen beseitigen sollten, als wir das in der Hand hatten sollten wir uns der Ängste und Sorgen bewusst machen und es dann wieder ins Feuer werden. Wir alle haben von den Quichua auch ein Säckchen bekommen wo eine Muschel (repräsentiert die Costa), ein paar Bohnen (die die Sierra repräsentieren), Edelsteine uns Samen aus dem Amazonas-Gebiet und etwas purer Tabak der Freiheit symbolisiert drin sind. Außerdem ein geknüpftes Armband, was an die linke Hand von jemand anderern geknotet werden müssen, so bringen sie Glück. Wenn man das abnimmt, sich selbst anbindet oder an die Falsche Hand legt bringt es Unglück. Die Zeremonie war wirklich sehr interessant und bewegend und hat mich danach noch längere Zeit beschäftigt.
Sonst war das Vorbereitungsseminar relativ ähnlich wie in Deutschland, wir haben zB auch über Vorurteile gesprochen. Sehr interessant war ein Vortrag eines Professors von Véronika (the incoming coordinator von VASE) der kritisch über die Geschichte, Gegenwart und Zukunft Ecuadors gesprochen hat. Die jetzige Regierung Ecuadors ist eher linksgerichtet. In den 10 Jahren bevor Correa an die Macht kam gab es 7 verschiedene Präsidenten, Correa ist nun seit 2007 Präsident. Uns wurde erzählt das die Leute ihn entweder lieben oder hassen und dass es kaum was dazwischen gibt. Um mir eine eigene Meinung zu bilden ist es wohl noch ein bisschen früh, aber tendenziell würde ich ihn eher positiv bewerten, da er viel für die arme Bevölkerung tut, Steuernzahlen endlich Pflicht gemacht hat (favor war es wohl eher optional) und vor allem die reichere Bevölkerung stark besteuert und sich auch für Naturschutz einsetzt. Er möchte den Einfluss der USA vermindern und versucht eher Handelsbeziehungen zu Russland, Kuba und China aufzubauen, vor allem aber möchte er das Ecuador von einem Land das nur die Rohstoffe produziert (wie zB Kakao) zu einem Land das auch die Endprodukte herstellt (in dem Fall Schokolade) wird.
Am Freitagabend haben wir dann den Familien unsere Länder vorgestellt und die haben uns dann mit zu ihnen nach Hause genommen. Über die Gastfamilie schreibe ich im nächsten Post!
Hasta luego
Jana

Dienstag, 12. August 2014

Gut angekommen :)

Nach einem langen und anstrengenden Flug zum Glück ohne irgendwelche Komplikationen bin ich gestern Abend wohlbehalten in Quito angekommen und wurde direkt am Flughafen von VASE-Leuten abgeholt. Das Orientation-Camp ist in einer Schule (ich glaube in Ecuador sind gerade Sommerferien) relativ zentral in Quito, allerdings habe ich von Quito noch nicht wirklich was gesehen, da wir gestern Abend im Dunkeln ankamen und das Gelände nicht verlassen sollen.
Der Blick aus Neeles und meinem Fenster heute morgen war allerdings ziemlich schön!

 
Diesen Zettel haben wir gefunden als wir um 9 pünktlich zum Frühstück kamen ;) Baumtomatensaft fand ich besonders lecker!

 
 
Generell merke ich die Höhe beim normalen Laufen nicht so sehr - rennt man dann allerdings ein Stück oder läuft eine Treppe hoch komme ich ziemlich schnell aus der Puste.

 Der Blick von einem Klettergerüst

 Neele und Max, 2 weitere Volunteers
Heute ist noch kein Programm, außer das Essen und ein Spanischtest wegen dem Sprachkurs. Zum Mittagessen gab es erst eine Nudelsuppe mit Bananen (wenn man wollte, da die Bananen viel würziger schmecken hat das sogar ganz gut gepasst) und ich hab mir auch aji (eine Soße aus Baumtomaten, Chili, Zwiebeln und Koriander, sieht man auf dem unteren Bild ganz gut) dazu genommen. Vor allem der Koriander hat mir natürlich besonders gut geschmeckt ;)
Danach gab es einen Salat aus Tomaten, Brokkoli und Karotten, dazu Reis con pollo (für mich mit  Omelette).
 
Insgesamt sind auf dem Vorbereitungsseminar außer allen deutschen Volunteers noch 2 aus Österreich, ein Mädchen aus Finnland und 1 Junge (den ihr auf dem Mittagessenbild sehen könnt, ich hab leider seinen Namen vergessen) aus Winsconsin in den USA.
 
Eben war ein kleines Erdbeben, eine generell eher lustige Erfahrung da ich noch nie eins erlebt hatte. Das hat ca 3 min gedauert, aber das Haus hat schon sehr gewackelt!
 
 
Morgen Abend kommen wohl Indigenas um uns ein Ritual/eine Zeremonie zu zeigen, Donnerstag Abend haben wir einen Salsa-Kurs und Freitag eine Stadtrallye durch Quito. Freitagabend kommen uns dann unsere Gastfamilien abholen :)
 
Das wars erstmal, weiteres folgt ;)

Donnerstag, 7. August 2014

Bald geht's los!

Für mich ist es immer noch ziemlich surreal, dass am Montag einfach schon mein Flug nach Ecuador geht und mein Freiwilligendienst mit dem ICJA beginnt. Ein Jahr was ganz Neues, weg von meiner Familie und Freunden - ich bin gespannt wie das so werden wird!
Ich fliege Montagmittag von Frankfurt ersteinmal ca. 11,5 Stunden nach Bogotá, da es keinen Direktflug nach Ecuador gibt. Dort habe ich dann etwas Aufenthalt und nehme ich noch einen kurzen Flug weiter nach Quito. Das wird bestimmt auch eine anstrengende Reise, nicht nur weil sie so lang ist, sondern vor allem auch weil Trauer wegen dem Abschied und Vorfreude wahrscheinlich ein Wechselbad der Gefühle gestalten.
Hier habe ich zwar noch einiges zu tun (wie zum Beispiel packen! Wie ich allerdings meine megalange Packliste mit einer Gepäckbeschränkung von 23 kg vereinbaren soll ist mir noch etwas unklar...), aber trotzdem sind meine Gedanken hauuptsächlich bei der Zeit in Ecuador.
Nach der Ankunft werde ich von den VASE-Leuten (so heißt das ICYE-Komittee in Ecuador) abgeholt und ins 5-tägige Orientation-Camp gebracht, wo alle Leute die als Freiwillige in Ecuador sein werden (nicht nur die aus Deutschland). Nach 2 etwas entspannteren "Ankunftstagen" soll es dann richtig los gehen mit weiteren Infos über das Land und unser Leben dort. Sicherheit wird bestimmt auch ein Thema sein. Auf dieses weitere Vorbereitungsseminar freue ich mich sehr, da mir das 10-tägige Seminar in Deutschland sehr sehr gut gefallen hat und ich mich freue wenigstens ein paar Leute die auch nach Ecuador gehen wiederzusehen!
Nach dem Orientation-Camp geht es dann sogar schon in unsere Gastfammilien, bzw. bekommen die Leute die nicht in Quito sein werden eine Übergangsgastfamilie. Von der Gastfamilie habe ich noch nicht große Infos, ich weiß den Namen und das Alter aller Familienangehörigen. Zum Glück geht es aber nach einer Woche noch nicht sofort ins Projekt, wir haben vorher noch 2 Wochen Spanischkurs zusammen. Da ich bis jetzt erst wenige Worte Spanisch spreche bin ich auch sehr gespannt auf den Sprachkurs!
So gut vorbereitet geht es dann los mit unserer Arbeit im Projekt. Ich werde im Projekt Institutio Suizo Carlos Alvarez Mino (plus diese Welle auf dem n, keine Ahnung wie man die mit dieser Tastatur macht) arbeiten. Dies ist ein Kindergarten und eine Grundschule für Kinder insgesamt von 3-12 Jahren im Norden von Quito. Da mir gesagt wurde, dass ich hauptsächlich mit dem Alter 7-12 zusammenarbeiten werde, bin ich höchstwahrscheinlich eher in der Grundschule als Lehrerassistenz für (laut dem Projektbogen, dass kann bestimmt auch etwas variieren) Englisch, Musik und Kunst beschäftigt.

Insgesamt bin ich einfach sehr gespannt wie mein Alltag und auch meine Freizeit in Ecuador sich gestalten wird. Ich freue mich auch vor allem auf Reisen im Land, denn Ecuador hat neben dem Andengebiet, der Sierra, dass von Norden nach Süden durchs Land verläuft und in dem auch Quito (übrigens die höchstgelegendste Hauptstadt der Welt!) liegt auch die Costa, das Pazifikküstengebiet im Westen und den Oriente, das Gebiet des Amazonasregenwaldes, wer hätts gedacht im Osten des Landes. Also viele verschiedene Landschaften und Leute zu erkunden!
Ich werde versuchen hier auf diesem Blog ein relativ umfassendes Bild über mein Leben in Ecuador darzustellen. Trotzdem kann es mir natürlich passieren dass ich Erfahrungen verallgemeinere und so Stereotypen schaffe, die zwar nicht falsch aber auch nicht allumfassend sind. Bitte denkt beim Lesen dieses Blogs daran, dass dies nur meine Erfahrungen und Meinungen zu  diesem Land sind, also sehr subjektiv aufzufassen sind!