Freitag, 26. Dezember 2014

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!

Das wird ein sehr kurzer Blogeintrag, da ich nicht viel Zeit habe (muss noch packen und aufräumen...). Ich hoffe ihr hattet alle ein schönes Weihnachtsfest!!
Ich war mit meiner Familie bei Teilen der Familie wo wir Karten gespielt und zusammen gegessen haben. Abends wurden dann noch kleine Geschenke ausgetauscht und dann sind alle schlafen gegangen, da meine Familie seit gestern bis wahrscheinlich Sonntag im Urlaub sind.
Was hier wohl sehr typisch für Weihnachten ist: Feuerwerk und Rummelplatz :D Feuerwerke hört und sieht man andauernd in der letzten Zeit und ich bin auch schon an vielen Rummelplätzen vorbeigefahren/-laufen. Auch beim Entrada de Carapungo ist einer, und da mich gestern einige meiner Freunde in Carapungo besucht haben, sind wir dann da mal hin (alleine hätte ich mich das nicht getraut..)! Ich bin so ein komisches Karusell gefahren, die doofeste Idee die ich bis jetzt hatte. Mir wurde soo schwindelig, da durch die Fliehkraft das ganze Blut in die Beine gepresst wurde. Mir war zwischendurch total schwarz vor den Augen :P Naja nach ein paar anstrengenden Minuten wars vorbei und 5 min Pause später gings mir auch wieder gut :)

Heute Abend um 9 in der Nacht fährt unser Bus nach San Vincente (nach Canoa wars voll aber San Vincente ist 20-30 min nur entfernt). Wir sind dann 3 Tage in Canoa und danach 4 Tage in Montanita! Ich freue mich sehr auf die Zeit am Strand und wünsche euch eine so schöne Silvesterfeier wie meine am Strand bestimmt/hoffentlich wird :)

Das Karusell, hat sich meegaschnell gedreht


Da gings mir noch gut :D



 

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Dia de la Nutrición und n paar mehr Schulsachen, meine Transportmöglichkeiten hier, Jam de Luna Llena, Panecillo, Swing Original Monks, LGBTIQ* Filmfestival, Fiestas de Quito...

Obwohl ich seit Cuenca nicht mehr weggefahren bin (wird nächstes Wochenende nachgeholt!) gibt es wie der Titel vllt schon anspielt trotzdem meeeeeegaviel zu erzählen und ich bin froh, dass ich einen Tag den ich krank im Bett verbringe dazu nutzen kann. (Keine Sorge mir geht es nicht schlecht, nur Husten, etwas Schwindelig, Heiß-/Kalt-Schübe.. Erkältung halt. Ich denke ich bin morgen wieder auf den Beinen ;) )
Anfangen möchte ich mit dem Día de la Nutrición, ein, ein Tag an dem die Kinder auf die Wichtigkeit von gesunder Ernährung hingewiesen werden. Dazu hat fast jeder Klasse ein kleines Programm vorbereitet, ich hab leider nur das für die kleinere mitbekommen da die und ich dadurch auch danach wieder Unterricht hatten. Am einfachsten ist es wohl da einfach Bilder sprechen zu lassen ;)
Beim Singen der Nationalhymne. Alle schauen auf die Flagge und haben die rechte Hand auf dem Herz und auch die Kappen werden dafür abgenommen. Hier durch die Kostüme etwas weniger festlich als sonst ;) Hier seht ihr auch mal die - meiner Meinung nach - unglaublich hässlichen Schuluniformen!

Chulpi und Chocho, sehr gern gegessenes Gemüse (?) haben moderiert ;)

Samuel, ein sehr anstrengender 1.Klässer (also ca. 5 Jahre) den ich nichtsdestotrotz ins Herz geschlossen habe, da er sich sehr süß um seinen immer weinenden 3-jährigen Bruder kümmert ;) Fragt mich nicht welches Gemüse er sein soll, ich schätze mal Spinat oder so... Ich finde er sieht aus wie eine süße Waldelfe ;) Was Nemo links neben ihm beim Dia de la Nutricion verloren hat, weiß ich allerdings nicht...


eine süße Tomate und ne süße Mandarine. Im Hintergrund sehr ihr auch Azalea, meine Gastmama und Direktorin


Meine Arbeit wird auch immer angenehmer, da ich gemerkt habe das die 3-jährigen doch mehr lernen als gedacht. Inzwischen können sie schon: yes/no, hello, good morning, Boy/Girl (irgendwann hingen biologische Bilder an der Wand und da ich eh schon etwas Stress bekommen habe da ich mich geweigert habe das mit Stereotypen beizubringen habe ich es dann so eingeführt), yellow, red, blue, orange (die anderen Farben hatten sie auch in Spanisch noch nicht), chair, table, pencil, book, Sweater, pants, skirt, shoes und ich hab bestimmt eine Vokabel vergessen. Da letzte Woche zum zweiten Mal Tests waren (für die chicitos mündlich natürlich, und die werden auch nur mit A, dem besten, P, oder I, dem schlechtesten bewertet und eigentlich bekommt niemand ein I selbst wenn er/sie es gar nicht kann. Trotzdem finde ich es krass das 3 jährige schon Tests haben!) fange ich nächste Woche dann mit neuen Vokabeln, den Family members an. Aussuchen kann ich mir das übrigens nicht, ich muss mich an das Buch halten das vom Ministerium für Educación anerkannt ist. Dafür habe ich schöne Masken gebastelt um das spielerisch darzustellen, was eh jedes mal wieder ne Herausforderung ist, da die meisten Kinderspiele die ich kenne absolut zu schwer für 3-jährige Kinder sind! (Also wer Ideen hat - raus damit!). Ich freue mich schon wenn die die Körperteile lernen, weil ich dann so Entspannungsübungen mit denen machen will wie das man die Körperteile erst anspannt und dann entspannt usw., ich hoffe das klappt wenn ich es nicht zu lang in die Länge ziehe. Ein paar werden hundertprozentig einschlafen, das passiert auch so oft genug ;)


Weiter geht es mit meinen Transportmöglichkeiten hier, da ist nämlich noch einiges hinzugekommen, da ich ja jetzt sehr weit nördlich lebe (ein paar km weiter und es wäre nicht mehr Quito. In den Süden von Quito brauche ich durch die Stadt durch und nicht außenrum ca. 3 Stunden, in die Stadtmitte, Mariscal ect. ca. 1,5 Stunden). Es gibt nämlich vom Entrada de Carapungo (auch noch mal 20 min an der Panamericana langlaufen von meiner Comunidad entfernt) Autos, die warten bis sie voll sind und mich und andere dann entweder an die Estacion vom Trole (so ähnlich wie Ecovia fährt nur auf einer Nord-Süd-Straße weiter westlich) oder zu Naciones Unidas (ne Straße beim Quicentro, Estadio Atahulapa und Parque Carolina, ziemlich zentral) und natürlich von diesen Orten auch wieder zurück nach Carapungo. Eine super Erfindung das ganze, da außer Ecovia und Trole die "normalen" Busse im Dunkeln zu gefährlich sind und ein Taxi bis nach Carapungo verdammt teuer (10-15$) ist. Diese Autos sind ne sichere und auch schnellere Möglichkeit auch noch später Abends relativ günstig nach Hause zu kommen. Relativ, da ich vom Entrada de Carapungo für die 3 min im Auto zur Community ein weiteres Taxi brauche, denn in Carapungo ist es zu gefährlich nachts im Dunkeln langzulaufen. Am Entrada sind aber immer Taxen und meistens auch Polizisten, da es dort eben schon gefährlich ist. Für die lange Fahrt (halbe Stunde) zahle ich also ein Dollar, für die 3 min dann nachts 2 Dollar (und das ist kein "Gringopreis", das zahlen alle).
Die Leute an den Naciones kennen mich auch schon gut, die Frau die immer ganz laut CARAPUNGO schreit hat mich am Anfang mit: venga Gringa (komm Gringa) gerufen, irgendwann hab ich klargestellt das ich keine Gringa bin und jetzt sagt sie venga Niña ;)
Ein Zeichen auf der 10. de Agosto, noch ca 200 m von den Naciones Unidas entfernt ;)
Weiterhin kann ich von der Panamerikana einen Integrado Trole oder Integrado Ecovia nehmen, die bringen mich dann eben zu Rio Coca oder zur Estacion Norte. Obwohl Rio Coca (Ecovia Endstation) etwas weiter nördlich liegt als die Estacion Norte (Trole Endstation) braucht der Integrado Trole weniger Zeit und deswegen fahr ich eigentlich kaum noch Ecovia. Meine Einstellung zum Fahrstil hat sich auch etwas verändert. Fährt ein Fahrer nach Europäischen Maßstäben vernünftig denke ich nur so etwas in der Richtung "langsamer Sack fahr doch mal schneller", Fahrten wo ich am Anfang hart die Luft angehalten habe sind inzwischen normal. Unfälle passieren trotzdem sehr wenige, was daran liegen könnte das zwar wenig Rücksicht auf die Regeln, dafür auf andere Autofahrer genommen wird. Meine Einstellung könnte auch von den langen Fahrtweg, den ich jedes mal um mich mit Leuten zu treffen auf mich nehmen muss, kommen :D

 Letzte Woche Sonntag sind wir (Neele, Johanna, Anna, Sherman und ich) auf den Panecillo, den Hügel mit der Virgen hochgelaufen. Versteht mich nicht falsch ich wollte ein Taxi nehmen aber die anderen haben mich dann doch zum Laufen überredet, da man da nur in einer großen Gruppe und auch MIT Ecuadorianern (hence Sherman) hochlaufen sollte da es schon eine relativ gefährliche Gegend ist.
Auf dieses Zeichen hat uns ein alter etwas bitter wirkender Herr auch irgendwann hingewiesen :D
 Also habe ich mich die über 850 Stufen zusammen mit den anderen hochgequält, die Aussicht hat sich gelohnt ;)
Die nach Norden blickende Virgen de Quiche

Fast geschafft, nur noch so 150 Stufen mehr ;)

Und der Ausblick!
 Beim Vollmond in November haben uns unsere Freunde zum Jam de Luna Llena (Vollmondjam/Improvisation) mitgenommen, einer der tollsten Sachen die es hier in Quito gibt meiner Meinung nach. Den im Dezember habe ich leider verpasst, aber ich hab ja noch einige Vollmonde :D Der findet auf der Wiese neben der Casa de la Cultura statt, es gibt ein Lagerfeuer, viele Leute mit Trommeln und anderen Instrumenten die dann jammen und viele "jugadores", also Leute die jonglieren und hoopen (Hula Hoop-Ringe). Leider hatte ich meine Poi nicht dabei, ein besseres Umfeld um entspannt zu spielen kann es gar nicht geben :( Aber nächstes mal sicher!! Generell war die Atmosphäre sehr ähnlich wie z.B. auf Raves in Deutschland, also genau die alternative, diskriminierungsfreie Atmosphäre die ich manchmal vermisse, nur eben mit selbstgemachter anstatt elektronischer Musik :)

Weiterhin gab es eine Woche, in dem ein LGBTIQ*-Filmfestival war. Wir haben es leider nur geschafft uns eine Dokumentation anzuschauen (und die war auch sehr schlecht besucht, mit uns 15 Leute) aber die anderen Veranstaltungen (und es gab seeeehr viele) klangen auch noch mal um einiges interessanter. Generell hat es mich sehr gefreut, das dieses Festival hier organisiert wurde und ich finde es schade, dass ich nur diese eine Veranstaltung besucht habe und deswegen auch nicht weiß ob die anderen Filme und Dokus besser besucht waren!

Auch gab es mal wieder ein kostenloses Konzert (nein sogar 2 aber das eine war jetzt nicht soo interessant, trotzdem gut), wo eine Ecuadorianische Band gespielt hat, die Swing Original Monks. Die Musikrichtung ist schwer zu beschreiben, laut Wikipedia ist es ein Mix aus Reggae, Tropical, Dance, Cumbia, Bomba und Folclore Ecuatoriana. Was auch immer es ist, ich fand es mega gut und auch die Performance der beiden Sänger war sehr Publikumsmitreißend. So gut, dass ich sogar mal wieder Lust hatte, mich in den Pogo zu schmeißen und mit einem sehr angenehmen (dh. ich bin weder hingefallen noch sonstwas) aber trotzdem energievollen Pogo belohnt worden bin!
Es lohnt sich auf jeden Fall mal reinzuhören!!!

https://www.youtube.com/watch?v=1GQ7m1LKOxw&list=PL81XIwdTMHp46lbUzjgmMUMkY4N57Dp7W&index=4

https://www.youtube.com/watch?v=mHE-raZI_as&index=8&list=PL81XIwdTMHp46lbUzjgmMUMkY4N57Dp7W

https://www.youtube.com/watch?v=WjL7LpoEKOA&list=PL81XIwdTMHp46lbUzjgmMUMkY4N57Dp7W&index=10


So, jetzt habe ich endlich mein letztes Thema erreicht, die Fiestas de Quito. Offiziell sind sie nur am 6. Dezember, fangen aber schon 2 Wochen vorher an, überall sind Chivas (Partybusse) unterwegs und überall sind Fiestas! Auf einer Chiva war ich nicht, da ich an dem Abend wo meine Freunde waren vieeeeel zu müde war, dafür aber am 5. Dezember, bei der Poloniazo, da wird die ganze Calle Polonia abgesperrt und es gibt DJs und alle Tanzen in der Straße. Mir war es aber leider viel zu voll, man konnte sich leider absolut nicht mehr bewegen und rauskommen wurde auch schwer. Da dann die Musik auch nicht ganz das allertollste meiner Meinung war (halt typischer Mainstream-pop mit Reggaeton gemixt) bin ich dann schon früher als meine Freunde gegangen, die es trotzdem ganz cool fanden. Auch hatten wir in der Schule natürlich ein Programm für die Fiestas, mit hauptsächlich Tänzen zu denen selbst die kleinsten absolut aufgedresst waren:

Ein Teil meiner 3-jährigen, die Teil der kleinesten Banda del Pueblo waren die es gibt. Von links nach rechts: Mathias, Brithanye, Emilio, Brithanye's Zwillingsschwester Becky und Dylan.

Die 3 jähriegen Tänzerinnen, ausfgestylt wie Bräute. V.L.n.R. von denen die in die Kamera schauen: Skarlett, Melanie, Pauleth und Dayana

Pauleth nimmt man ihre Rolle aus Tänzerin schon sehr gut ab ;)

Und hier noch die 3-jährigen Tänzer: vorne ist (ich weiß das man als Lehrerin eigentlich keine Lieblingskinder haben sollte zumindest niemanden bevorzugen soll aberIsaac ist trotzdem mein heimlicher Liebling ;) ), hinten v.L.n.R: Emilio, Derlys, Damian und Martín

Die 4-jährigen spielen die Legende vom Bau der San-Francisco-Kirche nach. Wens interessiert: Google ist dein Freund. Ich kriege es nur noch halb zusammen und  bin jetzt zu faul auch noch die zu recherchieren!

Das süßeste Tanzpaar der 1.Klässler, Christofer und Alison

Die Virgen des Panecillo kommt zum 2. mal in diesem Blogeintrag vor ;) Diesmal in eienr Legender der 8.9. und 10. Klasse die vor dem Panecillo spielt
 Nach dem Programm für die Schüler und Eltern, das um 11 vorbei war, gab es keinen Unterricht mehr aber noch ein Programm für die Lehrer, das etwas Kindergeburtstagsähnlich war. Es gab Eierlauf, Sackhüpfen, Tomatentanz (so wie Luftballon-Tanz nur halt mit Tomaten) und ein Cuarentotournier! Cuarenta ist ein typisches Ecuadorianisches Kartenspiel, das die meisten schon seit sie klein sind spielen und in Paaren gespielt wird. Da Berny (meine Gastschwester) mir es beigebracht hat und ich auch schon paar mal mit anderen Freunden gespielt habe. haben Natalja (eine andere Freiwillige aus Österreich) und ich uns zugetraut gegen die 7 anderen Paare anzutreten. Und wer hätte es gedacht, wir sind bis ins Finale gekommen und haben dort nur ganz knapp (38  Punkte hatten wir, mit 40, also Cuarenta Punkten hat man gewonnen) gegen Luis (den Gründer der Schule) und ne andere auch eher alte Lehrerin verloren. Wenn man überlegt das die beiden das Spiel schon seit ca. 50 Jahren spielen und wir beide erst seit wenigen Monaten bin ich sehr stolz auf uns!

Azalea (rechts) und eine andere Lehrerin beim Tomatentanz. Azalea hat wortwörtlich Tomaten auf dem Auge :D

Sackhüpfen, in der Mitte ist Luis der Gründer zu sehen
Zum Schluss habe ich noch eine tolle Ankündigung zu machen, auf die ich mich schon sehr freue: In den Weihnachtsferien (naja eher nach-Weihnacht-bis-neues-Jahr-Ferien) fahre ich an den Strand!! Vom 27. bis zum 30. (fahren aber schon am 26. abends los) sind Ina und ich in Canoa, vom 30. bis zum 2. dann noch mit mehr Leuten in Montañita. Ina und ich sind erst mal alleine in Canoa, da wir ja Glück haben und in der Schule arbeiten und deswegen etwas mehr frei als die anderen haben. Monatñita ist wohl der größte Partystrand Ecuadors und da werden wir Silvester verbringen :P Ich bin mal gespannt ob das angenehme Party wird oder ehr zu voll mit schlechter Musik wie bei den Fiestas de Quito :P