Sonntag, 17. August 2014

Orientation Camp

Hola Chicos,
das Orientation-Camp ist nun auch vorbei, also ist es höchste Zeit etwas davon zu berichten!
Am Mittwochmorgen war ich erstmal um 4:30 wach (wegen Jetlag natürlich). Nachdem ich 1,5 Stunden erfolglos versucht habe wieder aufzustehen bin ich aufgestanden um mir den Sonnenaufgang anzuschauen ;)

Das war unser Tagesplan (naja jedenfalls so wie er ursprünglich geplant war, die Programmpunkte wurden andauern umgeschmissen, vertauscht ect.) Auch sehr lustig war die Regel "be punctual", da wir nie eine Zeit angegeben hatten wann es anfängt, dies immer nur mündlich rumgesprochen wurde und nicht offiziell angegeben wurde und es auch jeden Tag anders war. Trotzdem hat es problemlos geklappt, alle Programmpunkte abzuhaken, alles lief sehr entspannt und vielleicht gerade deswegen gut ;)

 Dies sind Bilder von der Quichua-Zeremonie. Am Anfang wurden wir alle abgeräuchert (gereinigt) wie man auf dem unteren Bild sehen kann. Cuno, ein ecuadorianischer Teamer der ein halbes Jahr in Finnland war wird gerade abgeräuchert.
Die heilige Zahl der Quichua ist 4, es gibt 4 Elemente (weswegen auch  in der Mitte ein Viereck aus Ayahuasca-Wurzel lag und Rosen in die 4 Himmelsrichtungen gelegt wurden), 4 Welten (Cosmos, Gegenwart, innere Welt in uns und die Unterwelt) ect.
 Purer Tabak ist heilig bei den Quichua, er symbolisiert Freiheit und Erfüllung der Wünsche. Deswegen haben wir auch nachdem Suzanna (die Quichua auf dem Bild darunter) den Tabak geraucht hat jeder ein bisschen Tabak bekommen, mussten uns was für uns (nicht für andere) wünschen und es dann ins Feuer werden. Später haben wir alle Instrumente bekommen und gespielt, Trommeln, Rasseln, Flöten, Klangschalen ect. Ich hatte ein Didgeridoo-ähnliches Holzrohr das Elefanten-Geräusche gemacht hat. Am Ende haben wir ein anderes Kraut bekommen, das unsere Ängste und Sorgen beseitigen sollten, als wir das in der Hand hatten sollten wir uns der Ängste und Sorgen bewusst machen und es dann wieder ins Feuer werden. Wir alle haben von den Quichua auch ein Säckchen bekommen wo eine Muschel (repräsentiert die Costa), ein paar Bohnen (die die Sierra repräsentieren), Edelsteine uns Samen aus dem Amazonas-Gebiet und etwas purer Tabak der Freiheit symbolisiert drin sind. Außerdem ein geknüpftes Armband, was an die linke Hand von jemand anderern geknotet werden müssen, so bringen sie Glück. Wenn man das abnimmt, sich selbst anbindet oder an die Falsche Hand legt bringt es Unglück. Die Zeremonie war wirklich sehr interessant und bewegend und hat mich danach noch längere Zeit beschäftigt.
Sonst war das Vorbereitungsseminar relativ ähnlich wie in Deutschland, wir haben zB auch über Vorurteile gesprochen. Sehr interessant war ein Vortrag eines Professors von Véronika (the incoming coordinator von VASE) der kritisch über die Geschichte, Gegenwart und Zukunft Ecuadors gesprochen hat. Die jetzige Regierung Ecuadors ist eher linksgerichtet. In den 10 Jahren bevor Correa an die Macht kam gab es 7 verschiedene Präsidenten, Correa ist nun seit 2007 Präsident. Uns wurde erzählt das die Leute ihn entweder lieben oder hassen und dass es kaum was dazwischen gibt. Um mir eine eigene Meinung zu bilden ist es wohl noch ein bisschen früh, aber tendenziell würde ich ihn eher positiv bewerten, da er viel für die arme Bevölkerung tut, Steuernzahlen endlich Pflicht gemacht hat (favor war es wohl eher optional) und vor allem die reichere Bevölkerung stark besteuert und sich auch für Naturschutz einsetzt. Er möchte den Einfluss der USA vermindern und versucht eher Handelsbeziehungen zu Russland, Kuba und China aufzubauen, vor allem aber möchte er das Ecuador von einem Land das nur die Rohstoffe produziert (wie zB Kakao) zu einem Land das auch die Endprodukte herstellt (in dem Fall Schokolade) wird.
Am Freitagabend haben wir dann den Familien unsere Länder vorgestellt und die haben uns dann mit zu ihnen nach Hause genommen. Über die Gastfamilie schreibe ich im nächsten Post!
Hasta luego
Jana

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