Dienstag, 7. April 2015

Tena

Dieses verlängerte Oster Wochenende (hier ist der Karfreitag no mas frei) bin ich alleine nach Tena, einer Stadt am Rand vom Oriente (Regenwald) gefahren. Warum alleine? Naja Neeles Eltern und Inas Freund sind gerade alle 3 aus Deutschland zu Besuch und Neele und Ina dadurch eher beschäftigt, und ich hatte jetzt nicht unbedingt Lust mir einen Begleiter zu suchen, sondern wollte auch gerne mal ausprobieren wie es so ist alleine zu reisen. Wirklich alleine ist man eh nie, weil man vor allem alleine so schnell neue Leute kennenlernt!

Ich habe vorher bei couchsurfing nach Frauen geschaut, die mich vielleicht aufnehmen könnten und bin so auf Pakarina und ihren Bruder Timo gestoßen. Die beiden (Quichua-Indigénas) leben etwas außerhalb von Tena (15 min laufen, 20 min im Bus, und Tena ist klein) quasi mitten in la selva (Regenwald), direkt an nem Fluss, auf einem riesigen Grundstück, in 2 Häusern die sie selbst aus (fast nur) Naturmaterialien gebaut haben. Neben mir war noch ein Kolumbianer, eine Chilenin, ein Costa-Ricaner, eine Französin und viele Freunde von Paka und Timo aus Tena dort, was dazu geführt habe das ich mir nicht viel angeschaut habe, weil ich schon so viele Erfahrungen gemacht und so viel gelernt habe, ohne auch nur das Grundstück/die Gegend zu verlassen.

Angekommen bin ich am Donnerstag abend und erstmal in ein Bett gefallen. Freitagmorgen habe ich dann erstmal die schöne Umgebung bewundert!
Eine für mich neue Art Platanos und Chontas, sowie ein Hulahoopreifen. Auf das Essen gehe ich später noch ein :)

Da muss wohl jemand noch abwaschen! (Foto ist entstanden als außer mir noch niemand wach war)

Das eine Haus

Der Fluss direkt neben dran, überquere die Brücke und man ist in la selva *-*


Blick von der Brücke nach Westen, also ja das sind die Anden im Hintergrund!

Der weiße wurde aus nem Mäststall befreit, und seht wie gesund er ist! Leider war er dann ab Samstag so gesund das entschieden wurde ihn zu schlachten...


Bob Marly (einer der 4 Hunde) plus Chontas und Platanos mal wieder

Ananas mit lila Blüten


Damit haben wir auch das letzte Haustier abgehakt :)



Später habe ich mich dann mit Frenzi, eine deutschen die ich auch auf Couchsurfing kennengelernt habe die aber später dieses Tages verreist ist, weshalb ich nicht bei ihr bleiben konnte, getroffen. Der größte Grund warum ich das gerne wollte: sie studiert das was ich auch überlege zu studieren (Liberal Arts and Sciences), was es im Moment nur einmal in Deutschland und auch erst seit 2012 gibt. War interessant mich mal ein bisschen mit ihr darüber zu unterhalten :) Nach einem Saft/ Eis-tee sind wir dann in den Zoo El Arca gefahren, weil da einige Freunde von ihr arbeiten. War ganz cool weil die uns rumgeführt haben und uns einiges erzählt haben! Viele Tiere, vor allem die die nicht endemisch in Ecuador sind, wurden aus Zirkussen gerettet, die die Tiere schlecht behandelt haben.
Entdeckt beim Warten auf dem Bus

Ebenfalls

Die da waren frei im Zoo

Der leider nicht. Ist ein Männchen, sieht man am gebogenen Schnabel

Die waren etwas wütend

ein weiterer Schmetterling


Der wurde zB aus einem Zirkus gerettet

Von Selva Landschaft kann ich einfach nicht genug kriegen ;)

Die 2 Bilder sind vom selben Schmetterling

Am Abend habe ich mich einfach viel mit den anderen Reisenden unterhalten, den Vollmond angeschaut und zusammen gekocht. Essen war sowieso supertoll wie das lief, jeder hat eine Kleinigkeit (Reis, oder ein paar Eier, oder Gemüse ect.) gekauft und daraus, sowie den neuen Platanos die ich kennengelernt habe und den Chontas, wurde für alle gekocht, auch wenn jemand nichts mitgebracht hatte, hat er natürlich trotzdem Essen bekommen. Ganz selbstverständlich wird mal wieder alles geteilt :)
So zu dem neuen Obst/Gemüse was ich kennengelernt habe: Diese grünen Platanos die man oben sieht, sind ein bisschen wie die grünen Kochbananen nur eben klein (Kochbananen sind riesig), schmecken frittiert eher nach Kartoffelchips als nach Kochbananenchips. Dann gabs noch andere kleine Bananen, die aber eher wie die kleinen gelben Kochbananen, die man auch pur Essen kann aussehen, nur das die Schale hellgrün ist. Großer Unterschied, weil die anderen wie die Platanos verde eine sehr dicke und feste Schale haben, während die von den anderen sehr dünn, wie von den kleinen gelben Kochbananen ist (dünner als die der normalen Speisebananen). Die schmecken gekocht eher wie Yucca, Mist das kennen die meisten nicht aber ich kanns auch nicht beschreiben ;)

Und das hier sind die oben abgebildeten Früchte noch mal am Baum, und ja die kann man auch essen. Nennen sich Chontas, und muss man gaaaanz lang kochen. Den Geschmack zu beschreiben ist unmöglich tut mir leid, ich finde nichts vergleichbares. Aber lecker (wenn auch oft mit Würmern drin :( ). In der selben Palme leben übrigens auch die Gusanitos, weiße Fetter Würmer (2 cm Durchmesser, 5 cm lang ca) die oft sogar lebend gegessen werden und frittiert wohl etwas  nach Käse schmecken sollen.

Was ich auch (unter anderem) gelernt habe, ist das Jana auf Quichua schwarz heißt. Also es wird anderes geschrieben aber genauso ausgesprochen ;)
Die 4 anderen Reisenden machen übrigens alle ihr Geld hauptsächlich mit Jonglieren (irgendwas in der Art, für mich zählt da Poi, diese "Kristallkugel" die über den Körper rollt und auch Hula dazu) oder Sachen auf der Straße verkaufen. Und leben eben so wie ich dieses Wochenende auch: selber Kochen und Couchsurfing spart das meiste Geld.
v.l.n.r. Vollmond, die Französin, ich, ein Freund aus Tena und der Costa-Ricaner, vino ("wein") im Vordergrund
Am nächsten Tag wollte ich dann eigentlich zu einem wohl wunderschönen Höhlensystem in der Nähe fahren. Naja wurde nichts draus, aber aus einem sehr guten Grund. Beim Frühstück (Rührei mit Gemüse, die dunkelgrünen Kochbananen frittiert,  Agua de Panela mit Kaffee, Guayusi (eine Art Tee aus Guayusi Blättern die sehr viel Koffein und sehr viel Antioxidantien enthalten sollen)) habe ich mich nämlich mit einem der Freunde von Paka unterhalten, der Trainer im circo social von Tena war, bevor der sich aufgelöst hat. Und der hatte Tücher dabei, was ich immer lernen wollte! Also 2 lange, elastische Tücher die von der Decke hängen wo man Luftakrobatik macht. Also habe ich meine ertse Tuchstunde im Paradies gehabt, unter der Brücke, neben dem Fluss zum Abkühlen und dieser wunderschöne Blick.

Hier ungefähr ;)
Leider habe ich keine Bilder, weil als ich das erste Mal hochgeklettert bin (es versucht habe) ein Auto vorbeigefahren ist. Ich wollte runtergehen das wir die Matten und so zur Seite räumen können, das haben ihm auch die anderen gesagt. Er meinte passt und setzte an mitten durch all unsere Sachen am Rand, darunter auch meine Kamera, zu fahren. Wir alle fangen an "Parate" (Stopp) ect zu schreien und sein Fenster war auf, aber er hatte es wohl sehr eilig und hat somit nicht nur meine Kamera, sondern auch Schmuck und Kippen von der Französin ruiniert.
Tuch zu lernen war trotzdem supersuper schön, weil ich es wirklich schon immer mal ausprobieren wollte wir bei uns im Zirkus in der Schule allerdings nur ein Trapez haben. Und wie gesagt, wo lerne ich es- im Paradies! Aber ist auch verdammt anstrengend für die Muskeln, deswegen war danach erst mal ein erfrischendes Bad im Fluss angesagt.
Nach dem Mittagessen mit Hahn (naja für mich nicht), bin ich dann noch mit der Französin und dem Costa-Ricaner ein bisschen in der Selva spazieren gegangen. Dort ist und eine giftige Schlange über den Weg gelaufen (naja wir sind eher über sie gelaufen, alle sowie die Hunde bis die Französin sie bemerkt hat), aber wir hatten ja zum Glück Gummistiefel von Timo ausgeliehen bekommen :)
Am Sonntag  bin ich dann ziemlich früh los um Bustickets zu kaufen, weil es ja ein verlängertes Wochenende war dh viele Leute verreisen. War aber kein Problem einen Bus zubekommen auf den ich noch 1,5 Stunden warten musste. Direkt wäre nicht gegangen, weil alle Busse nach Quito sozusagen doppelt besetzt waren, dh es sind 2 anstatt ein Bus gefahren und es war trotzdem voll.
War eine sehr schöne Fahrt, weil man erstmal nur durch viel Regenwald fährt, dann langsam anfängt die Anden hochzufahren, dann irgendwann höher ist als Quito und von dort auch den Cayambe-Vulkan wunderbar sehen konnte (auf der Hinfahrt wo ich die Kamera hatte wars bewölkt -.-) und man dann eben irgendwann wieder in Quito ankam :)

2 Kommentare:

  1. Cómo siempre una entrega muy interesante, me encanta leer de las cosas que experimentas!! Podría estar envidiosa pero la alegría de que puedas vivir tanto es mas grande jaja

    no puedo esperar tu próxima entrega!! :)

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    1. pobre pollo :( y lo de los gusanitos me dio mucho asco jajaja pero debe ser interesante probarlos! :D

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