Letztes Wochenende war ich mit Neele und Oli (einem Freund von ihr aus Kassel der ein Jahr Freiwilligendienst in Kolumbien gemacht hat und sie jetzt am Ende hier besucht damit sie sich nicht 2 Jahre lang nicht sehen) auf einem Wochenendtrip. Wenn ich ihn in 3 Worten beschreiben müsste währen dass spoantan, ungeplant und erlebnisreich :D
Freitagabend standen wir nämlich so um halb 6 an dem Busterminal Ofelia an dem wir uns verabredet hatten (es war schon schwer uns dort überhaupt zu finden da man wegen dem starken Hagel nicht telefonieren konnte, dafür war es einfach zu laut) und mussten erst einmal die Frage klären, wohin wir denn jetzt fahren. Wir hatten sowieso geplant spätestens Sonntag on Otavalo zu landen, da wir uns da mit Byron, Manu und einigen anderen dieses Freundeskreises treffen wollten. Hatten aber auch überlegt erst mal nach Ibarra zu fahren, weil das gar nicht so weit von Otavalo ist und die Hostels dort bestimmt nicht so überteuert (für ecuadorianische Verhältnisse) wie in Otavalo sind. Da es aber schon relativ spät war und im Reiseführer auch nichts interessantes zu Ibarra stand, haben wir uns doch entschieden ins nähere Otavalo zu fahren. Da haben wir dann aber festgestellt, am falschen Busterminal zu sein und sind dann zum Terminal Carcelen gefahren - ungefähr 20 min von meinem Haus entfernt, da bin ich auf dem Weg zu Ofelia schon vorbeigefahren. Dort haben wir dann ein der Schlange zum Ticketschalter stehen einen doppelten Regenbogen und dort drin einen Blitz gesehen, beeindruckende Kombination vom Wetterereignissen! Am Schalter angekommen hieß es dann allerdings: " Im Moment, no hay buses." Also mussten wir warten bis es dann wieder welche gab, so ca. ne Stunde. Bis dahin war es schon längst dunkel (und wir haben zwischendurch auch überlegt unsere Entscheidung wieder zu ändern, aber da wir dann schon ganz vorne standen und uns ein netter Otavaleño versichert hat das heute bestimmt noch Busse fahren sind wir dann doch an dem Schalter geblieben). Wir hatten dann auch Plätze 1,2 und 3 im Bus :P. So gegen halb 11 sind wir dann in Otavalo angekommen und haben einen Taxifahrer gebetet uns zu dem günstigsten Hostel im Reiseführer zu fahren, bei dem wir auch schon angerufen hatten. Der hat das aber nicht gefunden und uns schlussenlich zu einem anderen in der Nähe gefahren, das war billiger also haben wir uns nicht beschwert. Im Hostel habe ich dann bemerkt, dass ich meine Speicherkarte für die Kamera (und mein Zahnbürste by the way) vergessen habe, deswegen ist dieser Post hier auch vorerst bilderlos bis ich einige Bilder von Neele bekomme. Ich kann mich immer noch nicht ganz entscheiden welche dieser Sachen zu vergessen schlimmer ist :P (Mama sagt bestimmt die Zahnbürste und das Papa die Speicherkarte schlimmer finden würde ist ja wohl klar.. :P )
Am nächsten Morgen sind wir dann über den Plaza de Poncho, den Markt für den Otavalo berühmt ist gelaufen, obwohl wir das am Samstag eigentlich vermeiden wollten, da er da laut Reiseführer zum größten Touri-ort wird und deswegen das Angebot auch wenig repräsentativ ist. Das lies sich aber nicht vermeiden, da unser Hostel nur 100 m von den Anfängen entfernt lag und der Markt auch weniger einen Plaza als den halben Ort füllt. Da es aber erst kurz nach 8 war lies sich die Menge an Leuten unterwegs noch aushalten.
Nachdem wir dann eine Bäckerei für ein Frühstück gefunden haben sind wir dann zu dem sehr nahegelegen Wasserfall von Peguche gefahren (30 Cent im Bus, der Preis sagt eigentlich ziemlich viel über die Entfernung aus. Nach Otavalo haben wir 2,20 Dollar bezahlt). Das hat sich wirklich gelohnt, schon allein weil drum herum grüne Vegetation war. Hier in Quito ist leider viel vetrocknet und gelb, Natur ist eigentlich das einzige was ich etwas vermisse. Das sollte sich jetzt während der Regenzeit aber auch ein bisschen ändern hoffe ich! ;)
Der Wasserfall waren eigentlich 3 Wasserfälle: ein kleiner, darüber ein 8 m hoher und wenn man dann zu einem Aussichtspunkt am Beginn dieses Wasserfalles gelaufen ist, mit den Füßen in den Fluss und noch mal 20 m weiter war dort noch ein dritter Wasserfall, den man sonst nicht sehen konnte. Vor allem der war wunderschön, man stand in einer fast-Höhle (das Wasser hatte den Fels ungefähr 3 m tief ausgeschleift), der 1m breite Spalt oben war mit Pflanzen bewachsen und man hatte den Wasserfall vor sich, eine wunderschöne Atmosphäre!
Wieder zurück in Otavalo wollten wir eigentlich noch in einen Kondorpark und uns mit Byron treffen, der beruflich schon vorher nähe Otavalo war. Der Kondorpark ist aber wegen einem starken Regen ins wortwörtlich ins Wasser gefallen und Byron ist doch schon zurück nach Quito gefahren, da ein Freund Geburtstag hatte (nicht das wir da am Donnerstag auch schon mit im Mariscal waren um den zu feiern) und sie den noch mal richtig feiern wollten. Obwohl wir noch relativ viele Pläne für Sonntag hatten (Lagunen, Handwerksdörfer in der Nähe) haben wir uns dann auch nach längerer Diskussion der Möglichkeiten entschieden, schon um 3 zurück nach Quito zu fahren, da es für diese Pläne am Samstag schon zu spät war. Dafür planten wir dann, am Sonntag zu heißen Quellen zu fahren. Deswegen bin ich dann auch dem Otavalo-Bus, der sozusagen vor meiner Haustür vorbeifährt (nur dort einsteigen klappt nicht wegen freien Plätzen) ausgestiegen um meinem Bikini zu holen und bin dann ins Mariscal zur Geburtstagsfeier gestoßen. Der Plan war nämlich, dann bei Neele zu schlafen, da sie erstens näher am Mariscal wohnt und zweitens näher am Südlichen-Busterminal. In der Lieblingskneipe von der Truppe habe ich dann, vollkommen zufällig, eine Ex-Freundin von Emil, einen guten Freund von mir getroffen, die im Moment für 3 Monate in Quito bei ihrer Familie lebt. Wir haben dann den ganzen Abend gequatscht und werden uns im letzten Monat der ihr verbleibt bestimmt noch ein paar mal sehen! Wie froh ich bin, nicht nur noch einen Monat zu haben, muss ich ehrlich sein :D Obwohl ich körperlich supermüde und fertig war, konnte ich trotzdem noch Spaß haben und der Abend hat sich sehr gelohnt. Isa und ich sind uns dann noch Pizza Cono holen gegangen (dieser Laden hat nur Nachts auf...): Der Pizzateig ist geformt wie eine Eiswaffel und die Vegetarische Version ist komplett mit viel Käse, ein paar Pilzen und Oliven und Pizzasalsa gefüllt. Himmlisch, vor allem wenn man schon was getrunken hat :P
So um 3 Uhr nachts sind wir dann bei Neele angekommen, und ziemlich schnell ins Bett gefallen. Morgens sind wir dann zum Frühstück aufgestanden, und das Frühstück war das "Dilemma". Es gab nämlich ein Omelett zwischen zwei Toastscheiben (und einen Pfirsich uns Saft), aber das Omelett war mit Kochschinkenstücken. Da es aber seeeehr unhöflich gewesen wäre, dieses Omelett dann abzulehnen (und ich Neeles Gastmutter, meiner Spanischlehrerin auch schon sehr dankbar war, dass ich dort schlafen durfte), habe ich es dann gegessen. Den Schinken hat man zum Glück nicht so sehr geschmeckt (da ich das Omelett immer mit einem Bissen Pfirsich begleitet habe), aber danach ging es mir ziemlich dreckig. Neele hat mich vom psychischen zwar sehr abgelenkt (sie war vorher sogar vegan lebend, hat sich aber vorgenommen in Ecuador wieder Fleisch zu essen um es sich etwas einfacher zu machen und konnte deswegen ziemlich gut nachvollziehen wie es mir ging), aber mir war einfach sooo schlecht und obwohl das Frühstück nicht viel war lag mir das Fleisch so schwer im Magen. Als das körperliche dann vorbei war und ich über das nachgedacht habe, was ich da gerade gegessen hatte wurde mir natürlich prompt wieder schlecht :P Jetzt wo ich noch mal Fleisch gegessen habe, kann ich noch viel weniger nachvollziehen, warum Menschen das essen. Soll jetzt gar nicht als Anklage oder Vorwurf oder irgendetwas gemeint sein, ich kann es nur persönlich nicht verstehen.
Dann ging es also los zu den heißen Quellen. Wir hatten eigentlich die Idee gehabt, zu den Quellen von Papallacta zu fahren, die auch in wunderschöner Regenwald-Umgebung liegen, aber da die wohl sehr touristisch überlaufen sein sollten, wurde uns davon abgeraten erst so gegen 10/11 da hinzufahren, die lohnen sich wohl nur wenn man sich spätestens um 6 auf den Weg macht. Also sind wir in ein Schwimmbad, das auch aus heißen Quellen gespeist wird nur 30 min von Quito entfernt gefahren, dass uns von Byron empfohlen wurde. Das tauchte zwar nicht im Reiseführer auf, aber wir wollten eh nur eine Stunde oder so im heißen Wasser entspannen - zu viel mehr wären wir gar nicht fähig gewesen also haben wir es einfach mal probiert. Das angenehmste war, dass wir wirklich die einzigen Touristen dort waren und sonst war es halt einfach ein Schwimmbad, nur mit warmen, ungechlortem Wasser ;)
Wieder zurück in Quito war ich auch sehr froh, nach dem 1,5 Stunden Weg von der Busstation in meinem Haus anzukommen und habe mich an dem Tag gezwungen noch wach zu bleiben, denn mehr als 10 Stunden Schlaf hätten mich wahrscheinlich auch wieder matschig zurückgelassen!
Noch mal kurz zu meinem Projekt: Ich unterrichte jetzt die 3-jährigen in Englisch und arbeite den Rest der Zeit mit der Englischlehrerin für die 4-6 Jährigen zusammen. 3-jährige in Englisch zu unterrichten ist allerdings meiner Meinung nach der größte Schwachsinn (auch etwas später macht es nicht soo viel Sinn), da sie sich höchstens 2 Wörter die Stunde merken können (die nächste Stunde schon wieder vergessen haben) und ich nicht 45 min täglich mit 2 Wörtern füllen kann.. Ich singe halt viele Lieder mit ihnen und versuche ihnen ein paar Spiele rüberzubringen, aber mit mittelmäßigen Spanischkenntnissen kann man das vielleicht älteren Kindern erklären, aber nicht 3-jährigen. Das ist im Moment zieeemlich frustrierend für mich, aber ich denke ich kann viel von der anderen Englischlehrerin lernen und das wird mit der Zeit schon besser werden. Ich glaube nur, dass das so ungefähr der schwerste Job (auf jeden Fall für mich) in der ganzen Schule ist und finde es anstrengend, dass es für die keinen Lehrer gibt und ich deswegen damit beauftragt werde. Ich werde aber mein bestes versuchen, und auch wenn sie keine bewussten Fortschritte machen können sie sich vielleicht die Sachen unterbewusst in den Jahren später besser merken, weil sie sie schon mal gehört haben! Ich freue mich auch sehr, dass sie noch nicht schreiben können und ich deswegen auch keine Tests für sie konzipieren muss - durch die würden sie nämlich hoffnungslos durchfallen denke ich :P
Mal wieder ein informativer und schöner Bericht, Danke! Ja, zumindest langfristig gesehen wirkt das Vergessen der Speicherkarte sich jetzt immer noch aus: Ich vermisse die Bilder!!! (Das pelzige Gefühl im Mund wird schon wohl wieder vergangen sein ;-)
AntwortenLöschenLiebe Grüße,
Paps