Freitag, 26. Dezember 2014

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!

Das wird ein sehr kurzer Blogeintrag, da ich nicht viel Zeit habe (muss noch packen und aufräumen...). Ich hoffe ihr hattet alle ein schönes Weihnachtsfest!!
Ich war mit meiner Familie bei Teilen der Familie wo wir Karten gespielt und zusammen gegessen haben. Abends wurden dann noch kleine Geschenke ausgetauscht und dann sind alle schlafen gegangen, da meine Familie seit gestern bis wahrscheinlich Sonntag im Urlaub sind.
Was hier wohl sehr typisch für Weihnachten ist: Feuerwerk und Rummelplatz :D Feuerwerke hört und sieht man andauernd in der letzten Zeit und ich bin auch schon an vielen Rummelplätzen vorbeigefahren/-laufen. Auch beim Entrada de Carapungo ist einer, und da mich gestern einige meiner Freunde in Carapungo besucht haben, sind wir dann da mal hin (alleine hätte ich mich das nicht getraut..)! Ich bin so ein komisches Karusell gefahren, die doofeste Idee die ich bis jetzt hatte. Mir wurde soo schwindelig, da durch die Fliehkraft das ganze Blut in die Beine gepresst wurde. Mir war zwischendurch total schwarz vor den Augen :P Naja nach ein paar anstrengenden Minuten wars vorbei und 5 min Pause später gings mir auch wieder gut :)

Heute Abend um 9 in der Nacht fährt unser Bus nach San Vincente (nach Canoa wars voll aber San Vincente ist 20-30 min nur entfernt). Wir sind dann 3 Tage in Canoa und danach 4 Tage in Montanita! Ich freue mich sehr auf die Zeit am Strand und wünsche euch eine so schöne Silvesterfeier wie meine am Strand bestimmt/hoffentlich wird :)

Das Karusell, hat sich meegaschnell gedreht


Da gings mir noch gut :D



 

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Dia de la Nutrición und n paar mehr Schulsachen, meine Transportmöglichkeiten hier, Jam de Luna Llena, Panecillo, Swing Original Monks, LGBTIQ* Filmfestival, Fiestas de Quito...

Obwohl ich seit Cuenca nicht mehr weggefahren bin (wird nächstes Wochenende nachgeholt!) gibt es wie der Titel vllt schon anspielt trotzdem meeeeeegaviel zu erzählen und ich bin froh, dass ich einen Tag den ich krank im Bett verbringe dazu nutzen kann. (Keine Sorge mir geht es nicht schlecht, nur Husten, etwas Schwindelig, Heiß-/Kalt-Schübe.. Erkältung halt. Ich denke ich bin morgen wieder auf den Beinen ;) )
Anfangen möchte ich mit dem Día de la Nutrición, ein, ein Tag an dem die Kinder auf die Wichtigkeit von gesunder Ernährung hingewiesen werden. Dazu hat fast jeder Klasse ein kleines Programm vorbereitet, ich hab leider nur das für die kleinere mitbekommen da die und ich dadurch auch danach wieder Unterricht hatten. Am einfachsten ist es wohl da einfach Bilder sprechen zu lassen ;)
Beim Singen der Nationalhymne. Alle schauen auf die Flagge und haben die rechte Hand auf dem Herz und auch die Kappen werden dafür abgenommen. Hier durch die Kostüme etwas weniger festlich als sonst ;) Hier seht ihr auch mal die - meiner Meinung nach - unglaublich hässlichen Schuluniformen!

Chulpi und Chocho, sehr gern gegessenes Gemüse (?) haben moderiert ;)

Samuel, ein sehr anstrengender 1.Klässer (also ca. 5 Jahre) den ich nichtsdestotrotz ins Herz geschlossen habe, da er sich sehr süß um seinen immer weinenden 3-jährigen Bruder kümmert ;) Fragt mich nicht welches Gemüse er sein soll, ich schätze mal Spinat oder so... Ich finde er sieht aus wie eine süße Waldelfe ;) Was Nemo links neben ihm beim Dia de la Nutricion verloren hat, weiß ich allerdings nicht...


eine süße Tomate und ne süße Mandarine. Im Hintergrund sehr ihr auch Azalea, meine Gastmama und Direktorin


Meine Arbeit wird auch immer angenehmer, da ich gemerkt habe das die 3-jährigen doch mehr lernen als gedacht. Inzwischen können sie schon: yes/no, hello, good morning, Boy/Girl (irgendwann hingen biologische Bilder an der Wand und da ich eh schon etwas Stress bekommen habe da ich mich geweigert habe das mit Stereotypen beizubringen habe ich es dann so eingeführt), yellow, red, blue, orange (die anderen Farben hatten sie auch in Spanisch noch nicht), chair, table, pencil, book, Sweater, pants, skirt, shoes und ich hab bestimmt eine Vokabel vergessen. Da letzte Woche zum zweiten Mal Tests waren (für die chicitos mündlich natürlich, und die werden auch nur mit A, dem besten, P, oder I, dem schlechtesten bewertet und eigentlich bekommt niemand ein I selbst wenn er/sie es gar nicht kann. Trotzdem finde ich es krass das 3 jährige schon Tests haben!) fange ich nächste Woche dann mit neuen Vokabeln, den Family members an. Aussuchen kann ich mir das übrigens nicht, ich muss mich an das Buch halten das vom Ministerium für Educación anerkannt ist. Dafür habe ich schöne Masken gebastelt um das spielerisch darzustellen, was eh jedes mal wieder ne Herausforderung ist, da die meisten Kinderspiele die ich kenne absolut zu schwer für 3-jährige Kinder sind! (Also wer Ideen hat - raus damit!). Ich freue mich schon wenn die die Körperteile lernen, weil ich dann so Entspannungsübungen mit denen machen will wie das man die Körperteile erst anspannt und dann entspannt usw., ich hoffe das klappt wenn ich es nicht zu lang in die Länge ziehe. Ein paar werden hundertprozentig einschlafen, das passiert auch so oft genug ;)


Weiter geht es mit meinen Transportmöglichkeiten hier, da ist nämlich noch einiges hinzugekommen, da ich ja jetzt sehr weit nördlich lebe (ein paar km weiter und es wäre nicht mehr Quito. In den Süden von Quito brauche ich durch die Stadt durch und nicht außenrum ca. 3 Stunden, in die Stadtmitte, Mariscal ect. ca. 1,5 Stunden). Es gibt nämlich vom Entrada de Carapungo (auch noch mal 20 min an der Panamericana langlaufen von meiner Comunidad entfernt) Autos, die warten bis sie voll sind und mich und andere dann entweder an die Estacion vom Trole (so ähnlich wie Ecovia fährt nur auf einer Nord-Süd-Straße weiter westlich) oder zu Naciones Unidas (ne Straße beim Quicentro, Estadio Atahulapa und Parque Carolina, ziemlich zentral) und natürlich von diesen Orten auch wieder zurück nach Carapungo. Eine super Erfindung das ganze, da außer Ecovia und Trole die "normalen" Busse im Dunkeln zu gefährlich sind und ein Taxi bis nach Carapungo verdammt teuer (10-15$) ist. Diese Autos sind ne sichere und auch schnellere Möglichkeit auch noch später Abends relativ günstig nach Hause zu kommen. Relativ, da ich vom Entrada de Carapungo für die 3 min im Auto zur Community ein weiteres Taxi brauche, denn in Carapungo ist es zu gefährlich nachts im Dunkeln langzulaufen. Am Entrada sind aber immer Taxen und meistens auch Polizisten, da es dort eben schon gefährlich ist. Für die lange Fahrt (halbe Stunde) zahle ich also ein Dollar, für die 3 min dann nachts 2 Dollar (und das ist kein "Gringopreis", das zahlen alle).
Die Leute an den Naciones kennen mich auch schon gut, die Frau die immer ganz laut CARAPUNGO schreit hat mich am Anfang mit: venga Gringa (komm Gringa) gerufen, irgendwann hab ich klargestellt das ich keine Gringa bin und jetzt sagt sie venga Niña ;)
Ein Zeichen auf der 10. de Agosto, noch ca 200 m von den Naciones Unidas entfernt ;)
Weiterhin kann ich von der Panamerikana einen Integrado Trole oder Integrado Ecovia nehmen, die bringen mich dann eben zu Rio Coca oder zur Estacion Norte. Obwohl Rio Coca (Ecovia Endstation) etwas weiter nördlich liegt als die Estacion Norte (Trole Endstation) braucht der Integrado Trole weniger Zeit und deswegen fahr ich eigentlich kaum noch Ecovia. Meine Einstellung zum Fahrstil hat sich auch etwas verändert. Fährt ein Fahrer nach Europäischen Maßstäben vernünftig denke ich nur so etwas in der Richtung "langsamer Sack fahr doch mal schneller", Fahrten wo ich am Anfang hart die Luft angehalten habe sind inzwischen normal. Unfälle passieren trotzdem sehr wenige, was daran liegen könnte das zwar wenig Rücksicht auf die Regeln, dafür auf andere Autofahrer genommen wird. Meine Einstellung könnte auch von den langen Fahrtweg, den ich jedes mal um mich mit Leuten zu treffen auf mich nehmen muss, kommen :D

 Letzte Woche Sonntag sind wir (Neele, Johanna, Anna, Sherman und ich) auf den Panecillo, den Hügel mit der Virgen hochgelaufen. Versteht mich nicht falsch ich wollte ein Taxi nehmen aber die anderen haben mich dann doch zum Laufen überredet, da man da nur in einer großen Gruppe und auch MIT Ecuadorianern (hence Sherman) hochlaufen sollte da es schon eine relativ gefährliche Gegend ist.
Auf dieses Zeichen hat uns ein alter etwas bitter wirkender Herr auch irgendwann hingewiesen :D
 Also habe ich mich die über 850 Stufen zusammen mit den anderen hochgequält, die Aussicht hat sich gelohnt ;)
Die nach Norden blickende Virgen de Quiche

Fast geschafft, nur noch so 150 Stufen mehr ;)

Und der Ausblick!
 Beim Vollmond in November haben uns unsere Freunde zum Jam de Luna Llena (Vollmondjam/Improvisation) mitgenommen, einer der tollsten Sachen die es hier in Quito gibt meiner Meinung nach. Den im Dezember habe ich leider verpasst, aber ich hab ja noch einige Vollmonde :D Der findet auf der Wiese neben der Casa de la Cultura statt, es gibt ein Lagerfeuer, viele Leute mit Trommeln und anderen Instrumenten die dann jammen und viele "jugadores", also Leute die jonglieren und hoopen (Hula Hoop-Ringe). Leider hatte ich meine Poi nicht dabei, ein besseres Umfeld um entspannt zu spielen kann es gar nicht geben :( Aber nächstes mal sicher!! Generell war die Atmosphäre sehr ähnlich wie z.B. auf Raves in Deutschland, also genau die alternative, diskriminierungsfreie Atmosphäre die ich manchmal vermisse, nur eben mit selbstgemachter anstatt elektronischer Musik :)

Weiterhin gab es eine Woche, in dem ein LGBTIQ*-Filmfestival war. Wir haben es leider nur geschafft uns eine Dokumentation anzuschauen (und die war auch sehr schlecht besucht, mit uns 15 Leute) aber die anderen Veranstaltungen (und es gab seeeehr viele) klangen auch noch mal um einiges interessanter. Generell hat es mich sehr gefreut, das dieses Festival hier organisiert wurde und ich finde es schade, dass ich nur diese eine Veranstaltung besucht habe und deswegen auch nicht weiß ob die anderen Filme und Dokus besser besucht waren!

Auch gab es mal wieder ein kostenloses Konzert (nein sogar 2 aber das eine war jetzt nicht soo interessant, trotzdem gut), wo eine Ecuadorianische Band gespielt hat, die Swing Original Monks. Die Musikrichtung ist schwer zu beschreiben, laut Wikipedia ist es ein Mix aus Reggae, Tropical, Dance, Cumbia, Bomba und Folclore Ecuatoriana. Was auch immer es ist, ich fand es mega gut und auch die Performance der beiden Sänger war sehr Publikumsmitreißend. So gut, dass ich sogar mal wieder Lust hatte, mich in den Pogo zu schmeißen und mit einem sehr angenehmen (dh. ich bin weder hingefallen noch sonstwas) aber trotzdem energievollen Pogo belohnt worden bin!
Es lohnt sich auf jeden Fall mal reinzuhören!!!

https://www.youtube.com/watch?v=1GQ7m1LKOxw&list=PL81XIwdTMHp46lbUzjgmMUMkY4N57Dp7W&index=4

https://www.youtube.com/watch?v=mHE-raZI_as&index=8&list=PL81XIwdTMHp46lbUzjgmMUMkY4N57Dp7W

https://www.youtube.com/watch?v=WjL7LpoEKOA&list=PL81XIwdTMHp46lbUzjgmMUMkY4N57Dp7W&index=10


So, jetzt habe ich endlich mein letztes Thema erreicht, die Fiestas de Quito. Offiziell sind sie nur am 6. Dezember, fangen aber schon 2 Wochen vorher an, überall sind Chivas (Partybusse) unterwegs und überall sind Fiestas! Auf einer Chiva war ich nicht, da ich an dem Abend wo meine Freunde waren vieeeeel zu müde war, dafür aber am 5. Dezember, bei der Poloniazo, da wird die ganze Calle Polonia abgesperrt und es gibt DJs und alle Tanzen in der Straße. Mir war es aber leider viel zu voll, man konnte sich leider absolut nicht mehr bewegen und rauskommen wurde auch schwer. Da dann die Musik auch nicht ganz das allertollste meiner Meinung war (halt typischer Mainstream-pop mit Reggaeton gemixt) bin ich dann schon früher als meine Freunde gegangen, die es trotzdem ganz cool fanden. Auch hatten wir in der Schule natürlich ein Programm für die Fiestas, mit hauptsächlich Tänzen zu denen selbst die kleinsten absolut aufgedresst waren:

Ein Teil meiner 3-jährigen, die Teil der kleinesten Banda del Pueblo waren die es gibt. Von links nach rechts: Mathias, Brithanye, Emilio, Brithanye's Zwillingsschwester Becky und Dylan.

Die 3 jähriegen Tänzerinnen, ausfgestylt wie Bräute. V.L.n.R. von denen die in die Kamera schauen: Skarlett, Melanie, Pauleth und Dayana

Pauleth nimmt man ihre Rolle aus Tänzerin schon sehr gut ab ;)

Und hier noch die 3-jährigen Tänzer: vorne ist (ich weiß das man als Lehrerin eigentlich keine Lieblingskinder haben sollte zumindest niemanden bevorzugen soll aberIsaac ist trotzdem mein heimlicher Liebling ;) ), hinten v.L.n.R: Emilio, Derlys, Damian und Martín

Die 4-jährigen spielen die Legende vom Bau der San-Francisco-Kirche nach. Wens interessiert: Google ist dein Freund. Ich kriege es nur noch halb zusammen und  bin jetzt zu faul auch noch die zu recherchieren!

Das süßeste Tanzpaar der 1.Klässler, Christofer und Alison

Die Virgen des Panecillo kommt zum 2. mal in diesem Blogeintrag vor ;) Diesmal in eienr Legender der 8.9. und 10. Klasse die vor dem Panecillo spielt
 Nach dem Programm für die Schüler und Eltern, das um 11 vorbei war, gab es keinen Unterricht mehr aber noch ein Programm für die Lehrer, das etwas Kindergeburtstagsähnlich war. Es gab Eierlauf, Sackhüpfen, Tomatentanz (so wie Luftballon-Tanz nur halt mit Tomaten) und ein Cuarentotournier! Cuarenta ist ein typisches Ecuadorianisches Kartenspiel, das die meisten schon seit sie klein sind spielen und in Paaren gespielt wird. Da Berny (meine Gastschwester) mir es beigebracht hat und ich auch schon paar mal mit anderen Freunden gespielt habe. haben Natalja (eine andere Freiwillige aus Österreich) und ich uns zugetraut gegen die 7 anderen Paare anzutreten. Und wer hätte es gedacht, wir sind bis ins Finale gekommen und haben dort nur ganz knapp (38  Punkte hatten wir, mit 40, also Cuarenta Punkten hat man gewonnen) gegen Luis (den Gründer der Schule) und ne andere auch eher alte Lehrerin verloren. Wenn man überlegt das die beiden das Spiel schon seit ca. 50 Jahren spielen und wir beide erst seit wenigen Monaten bin ich sehr stolz auf uns!

Azalea (rechts) und eine andere Lehrerin beim Tomatentanz. Azalea hat wortwörtlich Tomaten auf dem Auge :D

Sackhüpfen, in der Mitte ist Luis der Gründer zu sehen
Zum Schluss habe ich noch eine tolle Ankündigung zu machen, auf die ich mich schon sehr freue: In den Weihnachtsferien (naja eher nach-Weihnacht-bis-neues-Jahr-Ferien) fahre ich an den Strand!! Vom 27. bis zum 30. (fahren aber schon am 26. abends los) sind Ina und ich in Canoa, vom 30. bis zum 2. dann noch mit mehr Leuten in Montañita. Ina und ich sind erst mal alleine in Canoa, da wir ja Glück haben und in der Schule arbeiten und deswegen etwas mehr frei als die anderen haben. Monatñita ist wohl der größte Partystrand Ecuadors und da werden wir Silvester verbringen :P Ich bin mal gespannt ob das angenehme Party wird oder ehr zu voll mit schlechter Musik wie bei den Fiestas de Quito :P

Dienstag, 4. November 2014

Cuenca

So und diesmal bin ich nicht so faul und schreibe den Eintrag schon schnell nach dem Wochenende ;)
Letztes Wochenende waren wir - wie der Titel schon ankündigt - in Cuenca. Grund das das möglich war, ist das in Ecuador der 3. November (dieses Jahr ein Montag) Feiertag ist und sich deswegen die 8-10 stündige Fahrt nach Cuenca lohnt. Ina und ich haben uns am Freitag nach der Schule (wo es wegen Allerheiligen Guagua gesprochen Wawa -Baby auf Quichua- de Pan, also Brot in Form eines Babys und Colada Morada, ein lilanes Heißgetränk aus gekochten Früchten und lila Maisstärke das das Blut symbolisieren soll gab) auf den Weg nach Quitumbe, dem großen Busbahnhof weit im Süden von Quitp gemacht. Unsere Bustickets hatten wir schon am Dienstag davor gekauft - dieses Wochenende ist nämlich nicht nur verlängert gewesen, nein auch die Fiesta de Cuenca wegwegen natürlich einige Leute nach Cuenca wollten. Da unser Bus aber schon um 2 fuhr (Inas Schule hatte nur bis 10 Unterricht und ich durfte um 11 gehen) hatten wir aber Glück und keinen Stau. Generell hatten wir auch einen sehr angehnehmen Bus mit Toilette, mehr Platz zum Beineausstrecken als gewohnt und keiner zu kalt eingestellten Klimaanlage. War dafür zwar etwas warm aber besser als schweinekalt. Und es liefen natürlich mal wieder irgendwelche komischen Actionfilme aber da ich "Harry Potter y el cáliz de fuego" dabei hatte, haben die mich eh nicht interessiert. (Kurze Notiz am Rande: Ich habe ja vor 1,5 bis 2 Monaten auch schon den dritten Harry Potter Band auf Spanisch gelesen und eigentlich nur verstanden weil ich das Buch wirklich in und auswendig kann. Da merke ich jetzt schon eine eindeutige Verbesserung! Generell sind normale Gespräche, selbst mal über z.B. Politik kein großes Problem mehr, obwohl mir natürlich noch einiges an Wortschatz und Grammatik fehlt.) Zwischendurch haben wir noch eine CD mit 150 spanischen Protestliedern für einen Dollar gekauft - auf die Musik bin ich mal gespannt ;)
 Gegen halb 6 rum schaue ich aus dem Fenster und was sehe ich - einen unglaublich gut sichtbaren Vulkan.  Nach kurzem Blick auf die Karte und der Erkenntnis das wir nahe Riobamba sind ist klar, dass dies der Chimborazo sein muss!! ;)
Fotografiert aus dem Bus
 Bei einer Tankpause ca. 45 min später ist er dann noch mal im Abendlicht zu sehen - unglaublich!
Außerdem haben wir einen wahrscheinlich Bauern mit einer Kuh kämpfen sehen - sehr lustiger Anblick (und Kompliment an Ina für das gute Foto :P )
 Nach insgesamt ca. 8,5 Stunden Fahrtzeit (normalerweise werden 10 geschätzt, auf der Internetseite des Busunternehmens war auch 8- 8,5 Stunden angegeben, aber das haben wir nicht geglaubt) sind wir dann in Cuenca angekommen. Moni angerufen, die ja in Cuenca lebt und bei der wir schlafen konnten (gerade wegen der Fiesta unglaublich gut da die Hostels unglaublich teuer zu dieser Zeit sind) - sie natürlich vollkommen erstaunt das wir schon da sind und noch in einem Club. Macht aber nichts - wir wollten eh noch was zu Essen kaufen und können damit locker die halbe Stunde überbrücken bis wir uns in der Nähe ihres Hauses (mitm Taxi 5 Minuten) treffen. Sachen ablegen und zurück in den Club, der mir aber nicht so gut gefallen hat. An sich bestimmt ein schöner Ort, aber ziemlich klein und wegen der Menschenmengen deswegen vollkommen überfüllt und stickig. Sehr lustig aber, dass einige auch wegen Halloween verkleidet waren. Sind dann auch nicht so lang geblieben und schlafen gegangen. Auch ein lustiges Unterfangen, denn außer Moni und Julia (eine andere Freiwillige aus der Schweiz die mit Moni zusammenwohnt) haben noch 4 andere Mädels (Ina und mich eingeschlossen) bei den beiden gepennt. Zum Glück haben sie sehr große Betten, Sophia (die in Ibarra und somit noch weiter weg wohnt) hatte eine Isomatte dabei und eine Couch für Clara (viviende cerca de Riobamba) hat sich auch noch aufgetrieben ;) Am nächsten Tag sind wir dann nach einem Frühstück (mit Busproviantbrötchen und Avocados vom Baum der Familie) erst mal etwas Cuenca erkunden gegangen. Das was mir als erstes ins Auge gesprungen ist, ist der wunderschöne, fast gar nicht verdreckte Fluss der sich durch Cuenca zieht (und an dem man sich super orientieren kann). Generell ist Cuenca (trotz Menschenmangen größer als sonst aufgrund der Fiesta) eine - im Vergleich zu Quito - sehr ruhige und saubere Stadt, mit schönen Häusern und süßen Straßen. Wegen der Fiesta waren viele Zelte mit Ständen, eine Art kultureller Kunstmarkt mit Kunst nicht nur aus Ecuador, entlang des Flusses aufgebaut, an denen wir auch einiges an Zeit verbracht haben.
Fluss


Fluss auf der anderen Seite, mam sieht auch einige Stände die wegen der Fiesta aufgebaut waren


Ina, Moni und ich (von rechts nach links) auf einer Brücke

Grafitti Cuenca-Stil

Die Kathedrale und ein Blumenmarkt

Grafitti Cuenca- Stil No.2
 Eigentlich wollten wir kurz vor dem Sonnenuntergang noch auf den Aussichtshügel "Turi", aber das ist dann wegen einem Sintflutartigen Regen doch ausgefallen. Also etwas bei Moni zu Hause gechillt, bis wir auf ein Straßenkonzert wegen der Fiesta gegangen sind. Das war ganz gut aber megavoll und trotzdem war nicht wirklich Stimmung da, weswegen wir dann doch relativ bald wieder gegangen sind. Aber wir hatten mega Glück: In Cuenca gibt es einen "Club" wo es wirklich gute elektronische Musik gibt - nicht nur dieser Mainstreampopscheiß den jeder hier als musica electronica bezeichnet. Der hat aber nicht immer auf und kündigt es auch nicht vorher an - es spricht sich nur rum. Und der hatte auf, also sind wir natürlich dahin. So schön mal wieder wirklich zu tanzen, alles um einen rum zu vergessen... Die DJane hat eindeutig am besten von allen DJs aufgelegt :D Auch von lästigen Anmachen war an diesem Ort viel weniger zu spüren als auf anderen Partys, was es natürlich noch mal um einiges besser gemacht hat!!

Am nächsten Morgen war der Plan in den nahegelegenen Nationalpark Cajas zu fahren und dort zu wandern. Ina fühlte sich allerdings ziemlich krank und hatte immer noch nasse Schuhe (ich zum Glück noch andere außer Chucks dabei) und ich bin ja auch nicht unbedingt der Wanderfreak, also beschlossen wir nicht so früh mit den anderen zu fahren, sondern uns erst mal ein gutes Frühstück zu gönnen und dann später nachzukommen und nur eine kurze Route um einen See zu laufen, da ich den Park eigentlich unbedingt sehen wollte (vor allem da wir ja in Banos schon nichts gemacht haben...). Aus dem Frühstück ist was geworden (Tortilla mit Tomaten-Koriandersalat, 2 Spiegeleiern, Kaffee, Saft und danach noch ein Pancaketürmchen das wir uns geteilt haben weil es viel zu verführerisch aussah), aus dem Nationalpark leider nicht. Grund: Ina und ich sind auf einer Treppe mit unglaublich vielen Straßenverkäufern die Schmuck in genau meinem Stil verkauft haben und meganett alle waren hängengeblieben und haben uns Strähnen ins Haar knüpfen lassen und generell viel zu viel Geld ausgegeben (obwohl ich noch VIEL mehr hätte kaufen wollen). Der Artista der unsere Strähnen gemacht hat (William) ist erst vor 2 Wochen aus Deutschland wiedergekommen, aber lebt eigentlich in Quito und hat vorgeschlagen uns einiges beizubringen, wenn wir das Material besorgen :) An den Strähnen hängen wunderschöne Anhänger aus Türkis, verziert und fixiert mit silbernem Draht den er rumgewickelt und zu Spiralen geformt hat. Außerdem hat er mir noch eine weitere schöne Verzierung (geschenkt) in die Dread gemacht :D
William macht Inas Strähne

meine Verzierung

Schöne Häuser und Stände wegen der Fiesta

Supersüße Stelle am Fluss wo Ina und ich dann gewartet haben bis die anderen aus dem Cajas wiederkamen
 Der Cajas hätte sich leider echt nicht mehr gelohnt, da es bis wir mit beiden Strähen fertig waren bestimmt schon um die 3 war und man mit dem Bus dort 1,5 Stunden hinbraucht. Die anderen wollten aber gegen 5 schon zurücksein, da sie abends Karten für ein Reggeaton Konzert hatten (die mir für Reggeaton, eine Musikrichtung die ich nicht leiden kann mit 35 Dollar doch zu teuer waren). Ina und ich haben dann beschlossen statt SMontagmorgen um 7 doch schon Sonntagabend um 11 zu fahren, da wir da auch nicht mehr viel von Cuenca gesehen hätten, die Busfahrt schlafend schneller vorbeigeht und wir dann auch noch am Montag den ganzen Tag Zeit hatten uns auszuruhen. Da ich an dem Tag auch noch in das große Zimmer unter dem Dach umgezogen bin, war das ein sehr guter und entspannter Plan ;)

Montag, 27. Oktober 2014

Baños - besser spät als nie!


Vor ein paar Wochen (ja shame on me das der Blogeintrag erst jetzt kommt) bin ich mit Neele, Ferdi, Isa, Gabby und Daniel über ein verlängertes Wochenende nach Baños gefahren. Verlängertes Wochenende ist ein wichtiges Stichwort - dh viele Ecuadorianer fahren weg. Wir (bzw Isa :P ) haben am Tag vorher noch mal ein paar Hostels aus dem Reiseführer (Südamerika für wenig Geld von den 2 Freiwilligen die bei mir in der Familie wohnen) durchtelefoniert - und eigentlich auch ein Hostel das noch freie Plätze hat gefunden. In Baños angekommen hies es dann das wir noch irgendetwas hätten hinterlegen müssen - also los ging die Hostelsuche. Da an ca. 99 Prozent der Hostels schon ein Schild stand mit " No hay habitaciones" gestaltete sich das etwas schwer. Merke: Normalerweise ist das gar kein Problem ein Hostel vor Ort zu suchen, außer es ist verlängertes Wochenende :P
Wir hatten schon Glück, dass wir überhaupt noch Bustickets bekommen haben - dafür gibt es nämlich keinen Vorverkauf man muss also an dem Tag schauen ob man Glück hat.
Baños ist ein kleines Örtchen, das öfters mal mit Mindo verglichen wird. Ca. 4 Stunden Busfahrt von Quito entfernt, in der Nähe vom Regenwald (Puyo z.B. ein kleines Städtchen im Regenwald ist nur 60 km entfernt), wird auch öfters als Hippieort beschrieben. Etwas größer als Mindo (das ist aber auch nun absolut nicht schwer) und mit etwas mehr Partymöglichkeiten, aber genau so viel Extremsport. Und ganz viele Spas, Massagecentren ect. Da es echt ein Backpackerstädtchen ist gibt es wirklich überall dort auch etwas Vegetarisches auf der Karte - selbst einen selbstgemacht Vegetarischen Bratling aus Linsen und Hafer hab ich zu einem Almuerzo bestellen können (vegetarische Hamburger und Burritos waren auch dabei - ich weiß auch nicht warum mich der Bratling jetzt mehr begeistert hat).
Aber von vorne: nach der Busfahrt am Freitagmorgen haben wir uns also erst mal auf die Suche nach einem Hostel gemacht, und nach laaaangem rumfragen eins gefunden, dass uns für 15 Dollar die Nacht Betten anbieten konnte (dafür dass Neele, Isa, Ferdi und ich uns 3 Betten geteilt haben und Daniel und Gabby sich auch ein etwas größeres). Dafür war unser 3-er Zimmer für 4 direkt neben der Dachterasse des Hostels, schöner Ausblick und ein guter Ort zum Chillen! :) Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben, war es auch schon ca, 6 - also ab geht's zum Feiern. Wer sich über die frühe Uhrzeit wundert, ab da geht's los (ab da wird's ja auch dunkel) und ab 2 Uhr nachts müssen die Bars und Clubs ja gesetzlich schließen und es darf auch kein Alkohol mehr verkauft werden (Sonntags übrigens gar nicht). Also zum Feiern ist Baños wirklich ein guter Ort (naja wie immer ist die Musik ein Mix aus Scheiß-Mainstream Pop und Salsa Musik wenn man in Clubs und nicht in guten Bars ist, aber mit der Einstellung "Trash-Party" ging das ganz gut :P). Davon haben wir auch gut gebrauch gemacht. So gut, dass wir am nächsten Morgen natürlich absolut nicht aus dem Bett gekommen sind. Neele und Ferdi sind noch mal in das eine Stunde entfernte Ambato (wo Ferdi ja wohnt) gefahren um mehr Geld zu holen (das Hostel war etwas teurer als geplant und erwartet). Isa und ich sind dann langsam (so ca ne halbe Stunde später als die mit Gaby und Daniel abends noch verhandelte Zeit  - die übriegens wegen den beiden so "früh" war) fertig geworden und haben dann festgestellt, dass Gabby und Daniel noch wie tote Reptilien im Bett liegen. Sind also was frühstücken gegangen und haben uns dann auch wieder hingelegt. Ich konnte leider im Gegensatz zu Isa nicht mehr schlafen und hab dann gelesen. Als Neele und Ferdi so um 2 wiederkamen (erstaunt das wir immer noch nichts gemacht haben) haben wir uns ein Mittagessen besorgt (naja gabby und Daniel warn immer noch im Bett) und sind ein bisschen durch Baños gestreunert. Baños hat wirklich sehr schöne Graffiti (kommen noch ein paar Fotos :P ) und gefällt mir sonst auch sehr gut, wirklich ein schönes Städtchen, umgeben von grünen Hügeln :)
Als dann Gabby und Daniel auch endlich mal fertig waren (nicht das irgendjemand von uns sehr fit gewesen wäre) haben wir uns entschieden anstatt gar nichts zu machen noch zu den Cascadas de la Novia (ca. 20 min Busfahrt und am bequemsten zu erreichen) zu fahren. Dort hat uns dann ein "Cable-Cart" für nur einen Dollar auf die andere Seite gebracht, dann wurde es aber auch schon dunkel und wir sind zurückgefahren. (Kurze Beschreibung da ja noch Fotos kommen).
Zurück in Baños waren wir- wer hats gedacht- wieder in den Clubs und Bars unterwegs, kamen an dem Tag aber erst um 10 los. Dementsprechend sind wir auch wirklich bis 2 geblieben (vor allem das kleine Baños ist echt lustig wenn um 2 die rieeesigen Menschenmassen aus den Clubs strömen) und danach auf unserer Dachterasse bis um 5 Uhr morgens unseren restlichen Alkohol weitergetrunken. (375 ml Rum für 1,80$ muss man in Deutschland erst mal finden...). Komischerweise war ich den ganzen Tag superfertig und absolut unmotiviert, aber beim Feiern und auf der Terasse chillen dann überhaupt nicht mehr. Und auch das Aufstehen am Sonntag war trotz eindeutig noch weniger Schlaf auch angenehmer. Nachdem wir dann das Hostel-Zimmer geräumt haben und uns ein Frühstück besorgt haben sind wir dann an den Busbahnhof um Karten für die Rückfahrt zu kaufen. Nächster Bus mit freíen Plätzen: 6:20. Fail, das wird wieder ne kurze Nacht, und nach viel Zeit in Baños. Aber eigentlich Glück gehabt dass wir überhaupt noch zurückgekommen sind.  Also noch mal zu den Cascadas de la Novia, diesmal mit mehr Zeit und ohne das Cable Car, aber mit runterlaufen und ne Brücke zur anderen Seite nehmen. Dann die Rückfahrt angetreten und spät abends meeeegatot ins Bett fallen, nur um Montags wieder arbeiten zu gehen :P
tut mir leid, die Bilder sind ungeordnet da Blogger die irgendwie in einer komischen Reihenfolge hochgeladen hat, und es sehr anstrengend ist die in eine gute Reihenfolge zu bringen. Das einzige was mich seit Jahren an Blogger stört :P
Ich auf dem Cabla-Cart - Meisterfoto von Neele natürlich

In der Nähe von dem Wasserfall unten

Cascadas de la Novia und die schönen grünen Hügel

Eins der schönen Graffiti


Cable Cart - für Isa mit Höhenangst weniger amüsant als für uns andere



Bis ganz untern Wasserfall konnte man leider nicht (mehr laut Gabby früher wohl schon)

Blick von der Brücke aus um den Fluss beim 2. Mal zu überqueren aus


Ein weiteres tolles Grafitti- ich hätte eigentlich alle fotografieren müssen. Aber ich komm ja auch noch mal nach Baños, einfach weil ich die Aktivitäten dort auch ganz gerne mal machen würde

Blick von der Dachterasse

Blick von der Dachterasse Nr. 2

der weitere Verlauf des Flusses
Baños' Straßen


Von meiner Community aus gibt es auch einen Punkt wo man den Cotopaxi aus sehen kann ;)



Cotopaxi in der Abendsonne - leider ist der untere Teil von Wolken bedeckt.





 
Und das hier sind Beispiele für typisches Quito Wetter im Moment (von Inas Dachterasse aus aufgenommen, ohne zeitlichen Abstand). Bild 1 Blick nach Süden, Bild 2 Blick nach Osten und Bild 3 Blick nach Norden.



 
Als letztes wollte ich noch einen kleinen Kommentar zu Correa, Ecuadors Präsidenten loswerden, da ich ihn ja doch sehr positiv beschrieben hatte. Inzwischen habe ich auch einige Sachen gehört, die ich (eher) negativ bewerten würde und die wollte ich nur der Vollständigkeit halber hier nochmal einfügen. Er hat zum Beispiel ein Gesetz rausgebracht, dass bestimmt das Journalisten etwas in der Richtung (wie zb Journalismus) studiert haben müssen um ihren Job auszuführen. Klingt zwar auf den ersten Blick positiv, aber er hat dieses Gesetz wohl benutzt um die Leute die gegen ihn schreiben ins Gefängnis zu bringen. Auch gibt es ein Gesetz, dass Eltern die ihre Kinder auf öffentliche Schulen schicken unterschreiben müssen, dass ihre Kinder solange sie auf der Schule sind nicht demonstrieren dürfen. Das alles soll die meiner Meinung nach positiven Sachen die er gemacht hat nicht außer Kraft setzen, sondern schafft in meinem Augen nur ein starkes Gegengewicht zu Diesen.
 
Ach ja übrigens, ich würde mich über ein paar Kommentare (abgesehen von meinen Eltern) sehr freuen, denn ich mach mir wirklich sehr viel Arbeit mit so einem Blogeintrag und habe im Moment das Gefühl das nicht sehr viele meinen Blog lesen :P Einfach, wenn ihr kein Googke-Konto habt Anonym anklicken und euren Namen drunterschreiben! ;)