Dienstag, 4. November 2014

Cuenca

So und diesmal bin ich nicht so faul und schreibe den Eintrag schon schnell nach dem Wochenende ;)
Letztes Wochenende waren wir - wie der Titel schon ankündigt - in Cuenca. Grund das das möglich war, ist das in Ecuador der 3. November (dieses Jahr ein Montag) Feiertag ist und sich deswegen die 8-10 stündige Fahrt nach Cuenca lohnt. Ina und ich haben uns am Freitag nach der Schule (wo es wegen Allerheiligen Guagua gesprochen Wawa -Baby auf Quichua- de Pan, also Brot in Form eines Babys und Colada Morada, ein lilanes Heißgetränk aus gekochten Früchten und lila Maisstärke das das Blut symbolisieren soll gab) auf den Weg nach Quitumbe, dem großen Busbahnhof weit im Süden von Quitp gemacht. Unsere Bustickets hatten wir schon am Dienstag davor gekauft - dieses Wochenende ist nämlich nicht nur verlängert gewesen, nein auch die Fiesta de Cuenca wegwegen natürlich einige Leute nach Cuenca wollten. Da unser Bus aber schon um 2 fuhr (Inas Schule hatte nur bis 10 Unterricht und ich durfte um 11 gehen) hatten wir aber Glück und keinen Stau. Generell hatten wir auch einen sehr angehnehmen Bus mit Toilette, mehr Platz zum Beineausstrecken als gewohnt und keiner zu kalt eingestellten Klimaanlage. War dafür zwar etwas warm aber besser als schweinekalt. Und es liefen natürlich mal wieder irgendwelche komischen Actionfilme aber da ich "Harry Potter y el cáliz de fuego" dabei hatte, haben die mich eh nicht interessiert. (Kurze Notiz am Rande: Ich habe ja vor 1,5 bis 2 Monaten auch schon den dritten Harry Potter Band auf Spanisch gelesen und eigentlich nur verstanden weil ich das Buch wirklich in und auswendig kann. Da merke ich jetzt schon eine eindeutige Verbesserung! Generell sind normale Gespräche, selbst mal über z.B. Politik kein großes Problem mehr, obwohl mir natürlich noch einiges an Wortschatz und Grammatik fehlt.) Zwischendurch haben wir noch eine CD mit 150 spanischen Protestliedern für einen Dollar gekauft - auf die Musik bin ich mal gespannt ;)
 Gegen halb 6 rum schaue ich aus dem Fenster und was sehe ich - einen unglaublich gut sichtbaren Vulkan.  Nach kurzem Blick auf die Karte und der Erkenntnis das wir nahe Riobamba sind ist klar, dass dies der Chimborazo sein muss!! ;)
Fotografiert aus dem Bus
 Bei einer Tankpause ca. 45 min später ist er dann noch mal im Abendlicht zu sehen - unglaublich!
Außerdem haben wir einen wahrscheinlich Bauern mit einer Kuh kämpfen sehen - sehr lustiger Anblick (und Kompliment an Ina für das gute Foto :P )
 Nach insgesamt ca. 8,5 Stunden Fahrtzeit (normalerweise werden 10 geschätzt, auf der Internetseite des Busunternehmens war auch 8- 8,5 Stunden angegeben, aber das haben wir nicht geglaubt) sind wir dann in Cuenca angekommen. Moni angerufen, die ja in Cuenca lebt und bei der wir schlafen konnten (gerade wegen der Fiesta unglaublich gut da die Hostels unglaublich teuer zu dieser Zeit sind) - sie natürlich vollkommen erstaunt das wir schon da sind und noch in einem Club. Macht aber nichts - wir wollten eh noch was zu Essen kaufen und können damit locker die halbe Stunde überbrücken bis wir uns in der Nähe ihres Hauses (mitm Taxi 5 Minuten) treffen. Sachen ablegen und zurück in den Club, der mir aber nicht so gut gefallen hat. An sich bestimmt ein schöner Ort, aber ziemlich klein und wegen der Menschenmengen deswegen vollkommen überfüllt und stickig. Sehr lustig aber, dass einige auch wegen Halloween verkleidet waren. Sind dann auch nicht so lang geblieben und schlafen gegangen. Auch ein lustiges Unterfangen, denn außer Moni und Julia (eine andere Freiwillige aus der Schweiz die mit Moni zusammenwohnt) haben noch 4 andere Mädels (Ina und mich eingeschlossen) bei den beiden gepennt. Zum Glück haben sie sehr große Betten, Sophia (die in Ibarra und somit noch weiter weg wohnt) hatte eine Isomatte dabei und eine Couch für Clara (viviende cerca de Riobamba) hat sich auch noch aufgetrieben ;) Am nächsten Tag sind wir dann nach einem Frühstück (mit Busproviantbrötchen und Avocados vom Baum der Familie) erst mal etwas Cuenca erkunden gegangen. Das was mir als erstes ins Auge gesprungen ist, ist der wunderschöne, fast gar nicht verdreckte Fluss der sich durch Cuenca zieht (und an dem man sich super orientieren kann). Generell ist Cuenca (trotz Menschenmangen größer als sonst aufgrund der Fiesta) eine - im Vergleich zu Quito - sehr ruhige und saubere Stadt, mit schönen Häusern und süßen Straßen. Wegen der Fiesta waren viele Zelte mit Ständen, eine Art kultureller Kunstmarkt mit Kunst nicht nur aus Ecuador, entlang des Flusses aufgebaut, an denen wir auch einiges an Zeit verbracht haben.
Fluss


Fluss auf der anderen Seite, mam sieht auch einige Stände die wegen der Fiesta aufgebaut waren


Ina, Moni und ich (von rechts nach links) auf einer Brücke

Grafitti Cuenca-Stil

Die Kathedrale und ein Blumenmarkt

Grafitti Cuenca- Stil No.2
 Eigentlich wollten wir kurz vor dem Sonnenuntergang noch auf den Aussichtshügel "Turi", aber das ist dann wegen einem Sintflutartigen Regen doch ausgefallen. Also etwas bei Moni zu Hause gechillt, bis wir auf ein Straßenkonzert wegen der Fiesta gegangen sind. Das war ganz gut aber megavoll und trotzdem war nicht wirklich Stimmung da, weswegen wir dann doch relativ bald wieder gegangen sind. Aber wir hatten mega Glück: In Cuenca gibt es einen "Club" wo es wirklich gute elektronische Musik gibt - nicht nur dieser Mainstreampopscheiß den jeder hier als musica electronica bezeichnet. Der hat aber nicht immer auf und kündigt es auch nicht vorher an - es spricht sich nur rum. Und der hatte auf, also sind wir natürlich dahin. So schön mal wieder wirklich zu tanzen, alles um einen rum zu vergessen... Die DJane hat eindeutig am besten von allen DJs aufgelegt :D Auch von lästigen Anmachen war an diesem Ort viel weniger zu spüren als auf anderen Partys, was es natürlich noch mal um einiges besser gemacht hat!!

Am nächsten Morgen war der Plan in den nahegelegenen Nationalpark Cajas zu fahren und dort zu wandern. Ina fühlte sich allerdings ziemlich krank und hatte immer noch nasse Schuhe (ich zum Glück noch andere außer Chucks dabei) und ich bin ja auch nicht unbedingt der Wanderfreak, also beschlossen wir nicht so früh mit den anderen zu fahren, sondern uns erst mal ein gutes Frühstück zu gönnen und dann später nachzukommen und nur eine kurze Route um einen See zu laufen, da ich den Park eigentlich unbedingt sehen wollte (vor allem da wir ja in Banos schon nichts gemacht haben...). Aus dem Frühstück ist was geworden (Tortilla mit Tomaten-Koriandersalat, 2 Spiegeleiern, Kaffee, Saft und danach noch ein Pancaketürmchen das wir uns geteilt haben weil es viel zu verführerisch aussah), aus dem Nationalpark leider nicht. Grund: Ina und ich sind auf einer Treppe mit unglaublich vielen Straßenverkäufern die Schmuck in genau meinem Stil verkauft haben und meganett alle waren hängengeblieben und haben uns Strähnen ins Haar knüpfen lassen und generell viel zu viel Geld ausgegeben (obwohl ich noch VIEL mehr hätte kaufen wollen). Der Artista der unsere Strähnen gemacht hat (William) ist erst vor 2 Wochen aus Deutschland wiedergekommen, aber lebt eigentlich in Quito und hat vorgeschlagen uns einiges beizubringen, wenn wir das Material besorgen :) An den Strähnen hängen wunderschöne Anhänger aus Türkis, verziert und fixiert mit silbernem Draht den er rumgewickelt und zu Spiralen geformt hat. Außerdem hat er mir noch eine weitere schöne Verzierung (geschenkt) in die Dread gemacht :D
William macht Inas Strähne

meine Verzierung

Schöne Häuser und Stände wegen der Fiesta

Supersüße Stelle am Fluss wo Ina und ich dann gewartet haben bis die anderen aus dem Cajas wiederkamen
 Der Cajas hätte sich leider echt nicht mehr gelohnt, da es bis wir mit beiden Strähen fertig waren bestimmt schon um die 3 war und man mit dem Bus dort 1,5 Stunden hinbraucht. Die anderen wollten aber gegen 5 schon zurücksein, da sie abends Karten für ein Reggeaton Konzert hatten (die mir für Reggeaton, eine Musikrichtung die ich nicht leiden kann mit 35 Dollar doch zu teuer waren). Ina und ich haben dann beschlossen statt SMontagmorgen um 7 doch schon Sonntagabend um 11 zu fahren, da wir da auch nicht mehr viel von Cuenca gesehen hätten, die Busfahrt schlafend schneller vorbeigeht und wir dann auch noch am Montag den ganzen Tag Zeit hatten uns auszuruhen. Da ich an dem Tag auch noch in das große Zimmer unter dem Dach umgezogen bin, war das ein sehr guter und entspannter Plan ;)

3 Kommentare:

  1. Hi jana
    Ich schon wieder schau bitte mal ich glaube ich habe auf den
    Oktober Kommentar geschrieben.
    Ja Frauen und Technik Liebe grüße Tanja

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  2. Und übrigens dein Haarschmuck ist toll.
    Wann lässt du deine haare wieder normalisieren?
    Gruss Tanja

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  3. Hallo Jana,
    danke für deine schönen Blog-Einträge. Wir lesen sie immer sehr interessiert. Aber jetzt ist der letzte Eintrag schon eine Weile her... Geht es dir gut? Was macht dein Einsatz in der Schule? Macht es dir noch Spaß? Vermisst du das schlechte Wetter in Frankfurt? Wir freuen uns auf den nächsten Eintrag und wünschen dir eine schöne Adventszeit, Anne und Friedhelm

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